Hiesls Westring-Umfrage: Grüne Linz fordern Offenlegung der Befragung


Linzer Grüne Mobilitätssprecherin, Klubobfrau Gerda Lenger:

Hiesls Interpretationen seiner offensichtlich suggestiven sowie tendenziösen Westring-Befragung sind für mich nichts anderes als ein Sammelsurium an bewussten Auslassungen, Falschinformationen und Zurückhalten von Negativwirkungen des Westrings. Wir bezweifeln die Seriosität der Befragung und fordern eine Offenlegung“

„Es kann nicht sein, dass Hiesl mit seiner „Umfrage“ scheinbar mehrheitlich all jene Personen mit offensichtlich suggestiven Fragestellungen zum Westring befragen lässt, die ruhig im Grünen wohnen und meinen, mit dem Westring endlich freie Fahrt zu haben“, kritisiert Lenger die perfide BürgerInnenverschaukelung. „Anscheinend werden ganz bewusst PendlerInnen und Betroffene gegeneinander ausgespielt, kritisiert Lenger, „aber tatsächlich profitieren werden nicht die EinpendlerInnen auf der B127, die ca. 12% des täglichen Linz-Einpendelverkehrs ausmachen, sondern der Transit, der sich künftig mitten durch Linz wälzen wird.

Wenn Hiesl von „deutlichen“ Verkehrsabnahmen spricht, sollte er nicht vergessen, dass es gleichzeitig zu massiven Verkehrszunahmen kommen wird. Laut Asfinag fahren heute rund 47.000 Autos pro Tag über die Nibelungenbrücke. Ohne Westring wären es im Jahr 2025 rund 71.500. Mit dem Bau der Autobahn würden dann, so die Prognosen, rund 85.000 Autos die Donau in diesem Bereich queren. „Wo hier seine Entlastungen stattfinden sollten, ist mir ein Rätsel“, so Lenger. „Seiner vereinzelten Verkehrsabnahme bis zu 63% steht in einzelnen Fällen auch eine Verkehrszunahme bis zu 131% gegenüber“ (z.B. Blumauerstraße plus 131%, Kärntnerstraße + 86 %, Gruberstraße + 17%).

Dass Hiesl gerne nur vom Südteil des Westrings spricht, und den Nordteil des Westrings auslässt, gleicht einer bewussten Augenauswischerei: „Der Westring ist zwar als Ganzes geplant, die Stückelung resultiert aber daher, da das Projekt als Ganzes auf Grund seiner gesamten, massiven Umwelt- und Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht genehmigungsfähig wäre. So stückelt man das Projekt auf, um auch den Nordteil durchzusetzen“, so Lenger.

Hiesl sollte auch erwähnen, dass der Westring keine 527 Mio. Euro netto kosten wird, sondern in seinem Vollausbau bereits jetzt 797 Mio. Euro verschlingen wird, die Gesamtkosten werden damit deutlich über eine Milliarde Euro verschlingen. „Woher die Asfinag dieses Geld in Anbetracht ihres Schuldenstands von 12,5 Milliarden Euro auftreiben soll, ist ein Rätsel“, so Lenger.

„In Summe betreibt Hiesl bei seinem Lieblingsprojekt eine tendenzielle Fehl – und Falschinformation der Bevölkerung. Zuerst die Leute über die Auswirkungen des Westrings im Unwissen zu lassen, und sich danach mit offenbar suggestiven Umfragen zu rühmen, ist wirklich bemerkenswert. Offensichtlich sieht Hiesl angesichts der angespannten Budgetsituation die Felle für das unrentabelste Autobahnprojekt Österreichs davon schwimmen“, so Lenger.

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