Lenger zu Feinstaub: Handlungsbedarf aufgrund der aktuellen Grenzwertüberschreitungen in Linz


Deutlich über den pro Jahr erlaubten 30 Überschreitungen liegt die Luftmessstelle Linz-Römerberg. In Summe wurden heuer bereits 39 Feinstaub-Überschreitungen gemessen, elf alleine im Oktober. Hauptverursacher ist neben der Industrie vor allem der Verkehr. Die Grünen sehen dringenden Handlungsbedarf.

„Auch im Süden von Linz sieht es nicht viel besser aus“, verweist Lenger auf den aktuellen Luftgütebericht des Landes OÖ. Für die Messstelle Linz-Neue-Welt bleibt mit 25 Überschreitungen bis dato nur mehr geringer Spielraum bis Jahresende. „Als Maßnahmen gegen die steigende Feinstaubbelastung sind neben massiven Investitionen in den Öffentlichen Verkehr besonders aber Maßnahmen zur Verringerung der Verkehrsbelastung notwendig“, ist für Lenger der geplante Bau des Linzer Westrings die völlig falsche Antwort.

Derzeit sind 30 Überschreitungen des Tagesmittelwertes (TMW) von höchstens 50 µg/m3 Feinstaub mit einer Korngröße unter 10 Mikrometer (PM 10) zulässig. Im gültigen Immissionsschutzgesetz-Luft ist für 2010 die Absenkung auf 25 Tage pro Jahr festgeschrieben. Lenger: „Um diese Vorgaben dann in Linz nur annähernd erreichen zu können, müssen jetzt umfassende Maßnahmen eingeleitet werden. Anstelle einer neuen Autobahn mitten durch Linz dürfen die versprochenen ÖV-Projekte, wie eine City-S-Bahn, Stadtbahn Linz- Gallneukirchen-Pregarten oder der Ausbau der Summerauerbahn nicht länger hinausgezögert werden. Das Park-and-Ride-Konzept des Landes OÖ für den Großraum Linz stammt aus dem Jahr 1991. Hier braucht es rasch ein neues Gesamtkonzept. Die Einführung von Umweltzonen im Stadtkern von Linz wird über kurz oder lang notwendig werden. Die Voraussetzungen dafür müssen aber jetzt geschaffen werden.“

Angesichts des im Immissionsschutzgesetz Luft für den Feinstaub angepeilten Zielwertes für den vorsorglichen Gesundheitsschutz von nur 7 Überschreitungen der Tagesmittelwerte pro Jahr sieht Lenger noch einen weiten Weg im Kampf gegen den Feinstaub. Umso wichtiger sei es daher im motorisierten Verkehr die Weichen jetzt zu stellen.

Der Bau des Westrings ist die falsche Antwort
„Auch wenn Hiesl die Westring-Transit-Autobahn noch so oft als „Entlastungsprojekt“ für Linz darstellt, wird die A26 in Wahrheit schlicht noch mehr Verkehr nach Linz bringen“, zeigt Gerda Lenger, Umweltsprecherin der Linz Grünen, kein Verständnis für die Realitätsverweigerung des Straßenbaureferenten des LandesOÖ.

Offensichtlich negiert Hiesl die Prognosen der im Auftrag der ASFINAG bei arealConsult (Wien) erstellten Studie. Die Zahlen belegen eindeutig, dass mit dem Bau der A26 in Linz die Anzahl der Autos im Jahr 2025 deutlich steigen wird:

Laut ASFINAG fahren heute rund 47.000 Autos pro Tag über die Nibelungenbrücke. Ohne Westring wären es im Jahr 2025 rund 71.500. Mit dem Bau der 4. Donaubrücke samt Südtunnel würden dann, so die Prognosen, rund 85.000 Autos die Donau in diesem Bereich queren.

Auch das Zivilingenieur-Büro Schimetta Consult erarbeitete erst kürzlich aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses mit Datengrundlagen der ASFINAG eine Studie betreffend „Auswirkungen des Westrings auf das Linzer Straßennetz“:

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen auf, dass es in einigen Bereichen zu Entlastungen kommen wird, das aber klar zu Lasten anderer: Beispielsweise in der Waldeggstraße Nord:
Minus 31 % Richtung Stockhofstraße und minus 35 % Richtung Bahnhofstraße, oder auf der Unteren Donaulände minus 5 % Richtung Gruberstraße. Dafür werden aber in anderen Straßen enorme Verkehrszunahmen in Kauf genommen: z.B. Blumauerstraße plus 131%, Gruberstraße plus 17 %.

Somit ist erwiesen, so Lenger, dass die von Hiesl versprochenen Verkehrsentlastungen rein nach dem Floriani-Prinzip erfolgen und insgesamt der Verkehr noch mehr zunehmen wird:
„Statt pausenlos Jubel- Propaganda für positive Umfragen zum Projekt zu verbreiten, sollte Hiesl der Bevölkerung endlich reinen Wein einschenken: Eine Transit- Autobahn mitten durch die Stadt ist kein Umweltprojekt“, stellt Lenger mit Nachdruck fest und fordert zum wiederholten Mal eine Abkehr von den Plänen, Linz mit dem Bau der Westring-Transitautobahn endgültig unter die Räder kommen zu lassen.

Feinstaub reduziert Lebenserwartung um mindestes ein Jahr
„Laut Weltgesundheitsorganisation WHO verursacht in Österreich der Feinstaub allein aufgrund des Verkehrs 2.400 Todesfälle im Jahr“, stellt die Umweltsprecherin der Linzer Grünen, Gerda Lenger, besorgt fest. Im Durchschnitt ergibt sich für die Bevölkerung der europäischen Union eine um mindestens ein Jahr reduzierte Lebenserwartung durch die Gesamtfeinstaubbelastung. Medizinische Studien und ÄrztInnen warnen, dass hohe Feinstaubbelastungen vermehrt zu Asthma, Bronchitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Vor allem Kinder leiden bei zu viel Staub in der Luft häufiger an Asthma und Bronchitis. Eine Studie aus den Niederlanden zeigt, dass Personen, die in der Nähe von stark befahrenen Straßen wohnen, ein fast doppelt so hohes Sterberisiko an Herz- und Lungenkrankheiten haben.

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