westring.atBürger:inneninitiative gegen den Bau der A26

1972 erdacht
2035 fertig
Und jedes Mal teurer

2002 hätte der ganze Ring um Linz 225 Millionen Euro kosten sollen, heute rechnet man für die halbe Autobahn mit rund 1,3 Milliarden, für 4,7 statt rund 8 Kilometer.⁠1234 Und Linz zahlt mit, ohne dass es dafür eine Obergrenze gibt.⁠5

  1. 2002225der ganze Ring, mit Nordteil⁠1
  2. 2008451nur mehr der Südteil⁠6
  3. 2011646Basis des Vertrags mit Stadt und Land⁠7
  4. 2020743plus 97 Millionen⁠89
  5. 20231.180„Kostenentwicklung 2023“⁠10
  6. 20261.300zirka, Stand Oktober 2026⁠2
Geschätzte Gesamtkosten der A26 in Millionen Euro, netto, so wie sie damals genannt wurden. Die Preisbasis ist nicht immer dieselbe, 2002 war der Nordteil noch dabei.

So schaut es heute aus

  • Ein hohes Bohrgerät auf der Baustelle, dahinter der Bahnhofsbereich unter bewölktem Himmel
  • Ein abgegrabener Hang mit freigelegter Erde und Schutt, oben ein Bohrturm vor einer Baumreihe
  • Blick von oben in die Baugrube mit Bagger, Holzwänden, Containern und Rohren
  • Hohe Halden aus Erde und Gestein, dahinter ein rundes Hochhaus
Die Baustelle der zweiten Etappe an der Ziegeleistraße und der Waldeggstraße am 21. Oktober 2026. Fertig sein soll dieser Abschnitt 2032.⁠11 Fotos: Helge Langer

Aus der Zeit gefallen

Die Idee hat über fünfzig Jahre auf dem Buckel. 1972 hat der Verkehrsplaner Kurt Leibbrand für Linz einen Stadtring gezeichnet, mit einer Westtangente über Waldeggstraße, Sandgasse und Hopfengasse, einem neuen Römerbergtunnel, einer vierten Donaubrücke und einer Nordtangente hinüber zur Mühlkreisautobahn.⁠12 In Kraft getreten ist dieser Plan nie, und was gern vergessen wird: Leibbrand wollte damals auch den öffentlichen Verkehr verbessern.⁠13

1983 kam eine Donaubrücke bei St. Margarethen ins Bundesstraßengesetz, gebaut wurde sie aber nicht.⁠14 Die Anrainerinnen und Anrainer in der Hopfengasse, der Sandgasse und an der Waldeggstraße haben sich gewehrt, und wohl fehlte auch das Geld.⁠1516 1997 hat man sogar schon ein eigenes „Brückenbier“ gebraut, um auf den baldigen Baubeginn anzustoßen, aus dem dann wieder nichts geworden ist.⁠17

Im Jänner 2000 haben Land und Stadt den alten Ring wieder aus der Schublade geholt.⁠18 Laut dem damaligen Landeshauptmann-Stellvertreter Hiesl waren ÖVP, SPÖ und FPÖ dafür und die Grünen schon damals dagegen.⁠19 Am 28. Februar 2002 hat der Nationalrat die A26 ins Bundesstraßengesetz aufgenommen, wieder gegen die Stimmen der Grünen, und zwar ohne Strategische Prüfung, in der auch Alternativen auf den Tisch gekommen wären, weil es das Gesetz dafür erst ab 2005 gab.⁠2021

Ab da ist es richtig teuer geworden. Als Autobahn musste die Straße nach Autobahnmaßstäben geplant werden, dazu kamen eine andere Preisbasis und eine genauere Planung, und so lag schon das Vorprojekt 2003 mit 438,1 Millionen Euro beim Doppelten der Variantenuntersuchung.⁠22

„Wir reden von einem Projekt, das 1972 erdacht wurde“⁠23

Helge Langer, Gemeinderat, März 2026

Vom Ring zum Blinddarm

Im Mai 2008 hat die ASFINAG die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht, nur mehr für den Südteil.⁠24 Schon der erste Befund war ein Dämpfer, denn die Sachverständigen der Behörde haben im Juli 2008 festgestellt, dass das Projekt ohne Ausgleichsmaßnahmen nicht umweltverträglich ist, weil Linz schon damals über dem Grenzwert für Stickstoffdioxid lag.⁠25 Im Februar 2010 sind sie noch einmal zu diesem Schluss gekommen, weil sich das geplante Tempo 60 rechtlich nicht absichern ließ.⁠26

Geholfen hat dann ein Bundesgesetz. Mit der Novelle des Immissionsschutzgesetzes wurde im August 2010 der NO₂-Wert, an dem neue Straßen gemessen werden, von 30 auf 40 Mikrogramm angehoben.⁠2728 Der Rechnungshof hält dazu fest, dass die A26 ohne diese Anhebung nicht genehmigungsfähig gewesen wäre.⁠29

Im Herbst 2010 hat sogar Verkehrsministerin Bures gesagt, der Westring sei „in dieser Dimension und mit diesen Kosten nicht realisierbar“.⁠30 Statt das Projekt zu beerdigen, haben Land und Stadt Ende November angeboten, mitzuzahlen.⁠31 Das ist umso bemerkenswerter, als Bürgermeister Dobusch eine nennenswerte Linzer Mitfinanzierung im März desselben Jahres noch „völlig undenkbar“ genannt hat.⁠32

Am 10. Jänner 2011 war der Deal fertig: drei Etappen, kein Nordteil, und Land und Stadt zahlen 10 bzw. 5 Prozent der tatsächlichen Gesamtkosten.⁠33 Im Juli 2011 ist der Nordteil aus dem Gesetz geflogen, auch das ohne Strategische Prüfung.⁠3435

Der Rechnungshof hat sich das 2012 genau angeschaut und festgehalten, dass die A26 ohne Nordteil ihre Funktion im hochrangigen Netz verloren hat und nur mehr ein Zubringer ist, vor allem für Pendler aus dem Mühlviertel, und damit eigentlich gar nicht mehr Sache der ASFINAG.⁠36 Billiger ist der Südteil durch das Kürzen kaum geworden, denn die Umplanung hat 15,6 Millionen Euro gespart, die längere Bauzeit aber mindestens 117,7 Millionen mehr gekostet.⁠37

„… ein sinnloser Brücken- und Tunnelblinddarm“⁠38

Gerda Lenger, Grüne Klubobfrau, Jänner 2011

Der Blankoscheck

Autobahnen sind Sache des Bundes, beim Westring zahlt Linz trotzdem mit, und zwar laut dem Vertrag vom Dezember 2011 fünf Prozent von dem, was die Autobahn am Ende kostet.⁠40 Im Vertragsentwurf, der dem Landtag vorgelegt wurde, steht kein Höchstbetrag, und einen Kostendeckel gibt es bis heute nicht.⁠415 Bürgermeister Dobusch hat damals im Gemeinderat erklärt, einen Fixbetrag habe man mit dem Bund nicht verhandeln können.⁠42

„… da gehen wir her und tragen das Geld für ein Bundesprojekt, für ein Autobahnprojekt nach Wien“⁠43

Eva Schobesberger, Umweltstadträtin, Gemeinderat März 2014

Es gibt zwar eine Ausstiegsklausel für Kostensteigerungen über 10 Prozent, laut Wortlaut gilt sie aber nur „im Laufe der Planungsphase“.⁠4445 Gebaut wird seit 2019, die erste große Erhöhung nach Vertragsabschluss ist im August 2020 gekommen.⁠469 Vizebürgermeister Hajart hat das 2022 im Gemeinderat so zusammengefasst: „Wir sind ja längst über die Planungsphase des Westrings hinaus, er wird gebaut.“⁠47

Im Kleingedruckten steht noch mehr. Schreibt die Behörde am Straßennetz rundherum Lärmschutz oder Rückbau vor, dann zahlen Stadt und Land die Erhaltung auf Dauer zur Gänze selbst.⁠48 Und bis die A26 fertig ist, muss die Stadt jede Verkehrsmaßnahme, die auf die A26 wirkt, mit der ASFINAG abstimmen.⁠49 Das heißt, Linz zahlt, und die Autobahngesellschaft redet bei der Linzer Verkehrspolitik mit.

Beschlossen hat das der Gemeinderat im Oktober und November 2011 gegen die Stimmen von Grünen, KPÖ und BZÖ, die FPÖ hat sich enthalten.⁠5051 Im Landtag haben ÖVP, SPÖ und FPÖ zugestimmt, die Grünen nicht.⁠52

31,3Millionen Euro netto, Schätzung 2015⁠53

36,3Millionen, Gemeinderat Jänner 2021⁠53

56,3Millionen, Gemeinderat Jänner 2024⁠54

65Millionen, laut MeinBezirk nach der Erhöhung im Oktober 2026⁠55

Das ist eine Kostenexplosion mit Ansage. Schon 2011 hat Gerda Lenger im Gemeinderat mit den „üblichen“ 20 Prozent Überschreitung eine Endsumme von 775 Millionen Euro vorgerechnet, heute sind wir bei 1,3 Milliarden.⁠56 Bis Ende 2024 hat die Stadt bereits rund 20,5 Millionen Euro an die ASFINAG überwiesen.⁠575859 Die jüngsten 115 Millionen Mehrkosten erklärt die ASFINAG laut APA mit 40 Millionen für strengere Selen-Grenzwerte beim Tunnelausbruch, 40 Millionen für gestiegene Baukosten und 35 Millionen für kleinere Posten wie Lärmschutz.⁠6061

Beim Land hat die Prognose schon im November 2023 einen Anteil von rund 112,4 Millionen Euro netto ergeben, bei 1,3 Milliarden sind es rechnerisch rund 130 Millionen.⁠62 Von 2029 bis 2031 gehen im Schnitt 13 Millionen im Jahr an die ASFINAG, und zwar aus einem Topf für den Neubau von Landesstraßen, in dem insgesamt rund 58 Millionen liegen.⁠63

Dass es auch anders geht, zeigt die Regionalstadtbahn, bei der die Stadt höchstens 50 Millionen Euro zahlt.⁠64 Landeshauptmann Stelzer hat 2020 im Landtag sogar selbst erzählt, man habe in seiner Amtszeit begonnen, bei solchen Verträgen einen Deckel einzuziehen.⁠65 Beim Westring hat man das halt nicht gemacht, obwohl genau dort am meisten Geld im Spiel ist.

Die Grünen haben im Gemeinderat nicht lockergelassen: 2013 haben sie beantragt, die Beschlüsse von 2011 aufzuheben, 2014 und 2026 die Folgen eines Ausstiegs prüfen zu lassen, 2022 die ASFINAG um Verzicht auf die weiteren Etappen zu ersuchen, 2023 die Klausel zu ziehen und 2025 gemeinsam mit anderen aus dem Vertrag auszusteigen. Eine Mehrheit hat keiner dieser Anträge bekommen.⁠666768697071 Bürgermeister Luger hat 2023 erklärt, warum die Stadt die Klausel nicht nutzt, nämlich weil sie hinter dem Projekt stehe.⁠72

„Ab welcher Summe darf man eigentlich nachfragen, ob ein Projekt Blödsinn ist?“⁠73

Helge Langer, Gemeinderat, März 2026

2023 wollten fast 10.000 Linzerinnen und Linzer eine Volksbefragung über die Zuzahlungen. Gelten lassen hat der Magistrat 4.872 Unterschriften, gebraucht hätte es 6.104, wobei eine Unterschrift nur gezählt hat, wenn man sowohl am Tag des Unterschreibens als auch am Tag der Einreichung wahlberechtigt war.⁠7475 Das Landesverwaltungsgericht hat den ersten Bescheid aufgehoben, weil der Magistrat gar nicht zuständig war, und der Bürgermeister hat dann einen neuen mit demselben Ergebnis erlassen.⁠7677

Was keiner durchgerechnet hat

Was es bringen würde, das Geld in Bahn und Bus zu stecken statt in eine Autobahn, rechnet im Verkehrsmodell der A26 kein einziger Planfall durch. Der Rechnungshof hat das ausdrücklich kritisiert und es höflich formuliert: Man habe sich damit „möglicherweise richtungsweisender Erkenntnisse“ begeben.⁠7980

Verlangt hatte genau diesen Planfall schon 2009 das Lebensministerium, im Verfahren selbst.⁠81 Das Ministerium hat auch nachgerechnet und kam darauf, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis ohne die versprochenen Zeitgewinne bei höchstens 0,60 liegt, also unter der Grenze, ab der sich ein Projekt lohnt.⁠82

Einen Hinweis, wie so ein Vergleich ausgehen könnte, gibt eine Analyse des Landes aus 2002: Mit dem Nahverkehrsprogramm allein wären 2015 30 Prozent der Wege mit den Öffis gefahren worden, mit dem Westring allein 16 Prozent und mit beidem 25 Prozent.⁠83 In diesem Szenario hat mehr Autobahn also weniger Öffis bedeutet.

Auch die Wirtschaftlichkeit ist nicht so eindeutig, wie sie gern dargestellt wird. Lärm und Abgase sind in der Nutzen-Kosten-Untersuchung gar nicht in Euro bewertet, was der Rechnungshof beanstandet hat.⁠84 Fast der ganze Nutzen kommt aus Zeitgewinnen von rund 23,8 Millionen Euro im Jahr, das Klima steht mit einem kleinen Minus drin.⁠85 Fallen die Zeitgewinne weg, dann kippt die Rechnung, wie das Lebensministerium gezeigt hat, und ASFINAG-Vorstand Schedl hat 2013 im Rechnungshofausschuss des Nationalrats offen gesagt, dass sich das Projekt betriebswirtschaftlich voraussichtlich nicht rechnet.⁠86

Nachdem der Nordteil ohne Strategische Prüfung gestrichen worden war, hat die Grüne Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser 2011 Beschwerde in Brüssel eingelegt.⁠8788 Die EU-Kommission hat 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, ausdrücklich mit Bezug auf den Westring.⁠89 Österreich hat daraufhin 2014 das Gesetz über die Strategische Prüfung repariert, und laut Antragsbegründung war genau das die Voraussetzung dafür, dass Brüssel das Verfahren einstellt, was im September 2014 dann auch passiert ist.⁠9091 Im UVP-Bescheid liest sich das so, als hätte Österreich immer alles richtig gemacht, dass vorher das Gesetz geändert wurde, steht dort nicht.⁠92 Am Westring selbst hat das nichts mehr geändert, weil Bundesverwaltungsgericht und Verwaltungsgerichtshof entschieden haben, dass für den Südteil keine Strategische Prüfung nötig war.⁠9394

Mit Ach und Krach genehmigt

Ein Selbstläufer war die A26 nie. Zur ersten Auflage 2009 sind 1.789 Stellungnahmen und Einwendungen eingelangt, zur zweiten 2012/13 noch einmal über 1.700, und die mündliche Verhandlung, die auf vier Tage angesetzt war, hat sieben Tage gedauert.⁠959697

Am 22. Dezember 2014 ist die Genehmigung trotzdem gekommen.⁠98 Am 5. Juli 2015 hat die ASFINAG am Hauptplatz einen Spatenstich gefeiert, um 252.425,63 Euro ohne Mehrwertsteuer.⁠99 Laut ORF war das ein verfrühter Spatenstich im Landtagswahlkampf, richtig gebaut wurde an der Brücke erst ab 2019.⁠10046

Bürgerinitiativen und Anrainer*innen sind vor das Bundesverwaltungsgericht gezogen.⁠101 Dort musste die ASFINAG die Rohdaten ihrer Verkehrsberechnung herausgeben, die sie aus der Akteneinsicht heraushalten wollte.⁠102103 Kurz vor dem Ende der Verhandlung hat sie lärmmindernden Asphalt auf der ganzen Strecke zugesagt.⁠104 Das Gericht hat die Auflagen nachgeschärft, mit Verkehrszählungen an 25 Stellen, je eine Woche im Mai und Oktober bis zehn Jahre nach der Fertigstellung, und mit Luftmessungen bei den am stärksten betroffenen Anrainer*innen, wenn deutlich mehr Verkehr kommt als prognostiziert und Grenzwertüberschreitungen nicht auszuschließen sind.⁠105106107 Den Rest der Beschwerden hat es abgewiesen.⁠108 Im September 2018 hat der Verwaltungsgerichtshof den Deckel draufgemacht, und die Revisionswerber mussten der ASFINAG und den Behörden zusammen 2.212,80 Euro Aufwandersatz zahlen.⁠109110

Die Brücke steht, der Stau auch

Am 15. November 2024 ist die erste Etappe in Betrieb gegangen, die Donautalbrücke mit ihren Auf- und Abfahrten zur B127 und B129.⁠111 Laut Vertrag von 2011 hätte das 2018 so weit sein sollen.⁠112 Die erste Etappe samt 3,6 Kilometer Zu- und Abfahrten hat laut ORF 305 Millionen Euro gekostet statt der geplanten 240 Millionen.⁠113 Zum Vergleich: Die Neue Donaubrücke in Linz hat laut ORF 90,2 Millionen gekostet, das heißt, um das Geld der ersten Autobahnetappe hätte man sie mehr als dreimal bauen können.⁠114

„Mit diesen über 37 Millionen Euro könnten wir die Rad- und Fußwegbrücke mindestens zweimal bauen oder auch eine 2. Schienenachse ein ordentliches Stück vorantreiben“⁠115

Eva Schobesberger, Umweltstadträtin, September 2022

Damals lag der Linzer Anteil bei gut 37 Millionen Euro, nach der Erhöhung im Oktober 2026 sind es laut MeinBezirk schon rund 65 Millionen, und um dieses Geld ließe sich heute noch einiges mehr bauen.⁠11555

Nach einem Jahr schaut die Bilanz so aus:

  • Über die neue Brücke fahren rund 10.600 Fahrzeuge am Tag, gerechnet war mit 10.100.⁠116
  • Die Nibelungenbrücke ist um etwa 7.500 Fahrzeuge entlastet, es fahren aber immer noch über 30.000 Fahrzeuge drüber.⁠117
  • Auf der Rudolfstraße sind es 5.000 Fahrzeuge weniger, auf der Oberen Donaulände dafür fast 15.000 statt knapp 11.000.⁠118
  • An der Zählstelle des Landes in Puchenau, auf der B127 kurz vor Linz, sind im Oktober 2025 werktags rund 10 Prozent mehr Autos gefahren als im Oktober 2024.⁠119120
  • Am Römerberg ist der Verkehr um 3 Prozent gestiegen, und das Land nennt die neue Brücke als wahrscheinliche Mitursache.⁠121

Land und Stadt sagen, die Entlastung der Nibelungenbrücke habe sich bestätigt, und haben den Platz dort für provisorische Radstreifen genutzt.⁠122 Das unterschreiben wir, und genau so muss es auf den anderen Straßen weitergehen, die leerer werden.

Bäume weg, Beton her

Die Hänge der Linzer Donaupforte sind ein Naturjuwel, denn diese Mischung aus Eichen-Hainbuchenwald, Traubeneichenwald und Felstrockenrasen kennt man in ganz Österreich nur aus drei Gebieten.⁠124 In den Felsen der Urfahrwänd gehen durch die Abspannseile der Brücke Lebensräume dauerhaft verloren, laut UVP-Bescheid mit hohen bis sehr hohen Beeinträchtigungen.⁠125

Dort hat auch ein Wanderfalkenpaar gebrütet, und der Sachverständige im Verfahren ist davon ausgegangen, dass das Nest beim Bau zerstört wird.⁠126 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass der Brutplatz seit 2015 leer war, und ihn nicht als „regelmäßigen Brutplatz“ im Sinn der Vogelschutzrichtlinie gewertet, weil nur für 2014 eine erfolgreiche Brut belegt war.⁠127 Für die Ersatzwände verlangt es jährliche Berichte.⁠128 Später hat die Naturkundliche Station der Stadt wieder ein Brutpaar bei den Urfahrwänd gemeldet.⁠129

Für die A26 dürfen 5.555 Quadratmeter Wald dauerhaft und 4.709 Quadratmeter befristet gerodet werden, zum Teil Bannwald am Freinberg.⁠130131 Im Betrieb kommen rund 3,5 Hektar neu versiegelter Boden dazu, während der Bauzeit werden in der Stadt noch einmal rund 2 Hektar Parks und Grünflächen gebraucht.⁠132133

Im Winter 2025/26 sind dann im Bereich des Bergschlösslparks laut MeinBezirk bis Mitte Dezember 243 Bäume gefallen.⁠134 Nach Angaben der Umweltstadträtin sind darunter 90 Bäume mit mehr als 60 Zentimeter Stammdurchmesser.⁠135 Das Bergschlössl daneben steht übrigens seit 1718.⁠136

Schon das Naturschutzverfahren 2015 ist nicht ohne Druck abgelaufen. Laut OÖN hat Bürgermeister Luger per Weisung ein zweites Gutachten zum Wanderfalken untersagt, das die zuständige grüne Umweltstadträtin einholen wollte, Luger selbst hat die Vorwürfe zurückgewiesen.⁠137138139

Klimaschutz im Rückwärtsgang

Beim Klimaschutz ist der Verkehr das Sorgenkind, seine Emissionen sind von 1990 bis 2024 um rund 42 Prozent gestiegen.⁠141 Bis 2030 muss Österreich außerhalb des Emissionshandels, also auch im Verkehr, um 48 Prozent unter das Niveau von 2005 kommen, mit dem, was beschlossen ist, schafft es aber nur rund 33 Prozent.⁠142143

Das Klimaschutzministerium hat 2021 klar geschrieben, dass der Ausbau des Straßennetzes stets zu mehr Verkehr führt.⁠123 Auch das Umweltbundesamt hält fest, dass neue Schnellstraßen nur kurzfristig Zeit sparen und im ganzen Netz Mehrverkehr erzeugen.⁠144

Als das Ministerium 2021 das ASFINAG-Bauprogramm durchleuchtet hat, war die A26 schon nicht mehr dabei, weil sie bereits in Bau war und nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten oder schweren Eingriffen in Verträge zu stoppen gewesen wäre.⁠145146 Die UVP selbst hat für 2030 ein kleines CO₂-Minus von 0,3 Prozent errechnet, ob die A26 mit dem Klimaschutzgesetz zusammenpasst, war laut Behörde aber „nicht Gegenstand des Verfahrens“.⁠147148

„Und so lange man die Sichtweise hat, dass man auf der einen Seite zwar Autobahnprojekte in der Stadt befürwortet, ist es nicht sehr seriös, wenn man sich auf der anderen Seite als Retterin und Retter der Luftgüte in Linz aufbläst“⁠149

Eva Schobesberger, Umweltstadträtin, Gemeinderat März 2014

Die halbe Wahrheit der Befürworter

Die Befürworter haben Zahlen, das stimmt. Laut UVP-Bescheid sinkt der Verkehr auf der Nibelungenbrücke im Endausbau 2030 von 62.200 auf 38.800 Fahrzeuge pro Werktag und auf der Waldeggstraße nördlich der Kudlichstraße von 56.700 auf 23.600.⁠150151 Die Unfälle mit Verletzten lägen 2030 um rund 7 Prozent unter der Variante ohne A26.⁠152 Minister Hanke betont, dass rund 85 Prozent der Strecke im Tunnel liegen, und Bürgermeister Luger hat von 40.000 Linzerinnen und Linzern gesprochen, die vom Durchzugsverkehr befreit würden.⁠153154

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Laut der Prognose, die der Rechnungshof 2012 ausgewertet hat, wäre 2025 trotz A26 an fast allen untersuchten Stellen mehr Verkehr unterwegs als 2005, die A26 verhindert also bloß einen noch stärkeren Anstieg.⁠155 Gegenüber der Variante ohne A26 kommen auf der Westbrücke 24 Prozent und in der Kärntnerstraße 20 Prozent Verkehr dazu.⁠156 Der Landesrechnungshof hat 2018 für die Kärntnerstraße sogar fast eine Verdoppelung auf rund 32.800 Fahrzeuge erwartet.⁠157 Und die Prognosen der UVP rechnen mit dem Jahr 2030, während die A26 laut ASFINAG erst im Dezember 2035 fertig ist.⁠158

Deckel drauf, Geld in die Öffis

Die zweite Etappe mit dem Freinbergtunnel ist in Bau, laut ASFINAG um rund 657 Millionen Euro, und soll 2032 fertig sein, bis 2035 kommt dann die Westbrücke.⁠11159 Die Regionalstadtbahn soll 2033 fahren, die O-Buslinie 48 schon im Herbst 2027.⁠160161 Noch ist der Westring also nicht fertig, und noch wird jedes Jahr Geld überwiesen, darum ist jetzt der Zeitpunkt, beim Geld die Notbremse zu ziehen.

  1. Deckel drauf Kein weiterer Euro aus Stadt- und Landeskasse ohne verbindliche Obergrenze. Im Landtag haben die Grünen dazu einen Antrag angekündigt, der den Landesbeitrag begrenzt und die Mitfinanzierung neu verhandelt.⁠162
  2. Den Ausstieg prüfen Die Stadt soll endlich schwarz auf weiß klären lassen, welche Wege aus dem Vertrag offenstehen und was sie kosten würden, denn wer nicht prüft, weiß es auch nicht.
  3. Alle Zahlen auf den Tisch Die Verkehrszählungen und Luftmessungen aus den Auflagen gehören jedes Jahr vollständig veröffentlicht.
  4. Geld in die Öffis Regionalstadtbahn, O-Bus und Mühlkreisbahn verdienen dieselbe Entschlossenheit, mit der beim Westring jede Kostensteigerung mitgetragen wird.⁠163
  5. Platz für Menschen Wo die A26 Straßen leerer macht, gehört der gewonnene Platz den Leuten zu Fuß, mit dem Rad und in den Öffis und nicht dem nächsten Autoverkehr.

Belege

Die Nummern im Text verweisen hierher. Alles Weitere, Jahr für Jahr, steht im Archiv.

  1. Im Generalverkehrsplan Österreich 2002 wurde die A 26 Linzer Autobahn (Westring Linz) mit einer geschätzten Investitionssumme von rund 225 Mio. Euro (laut RH-Chronologie 225,3 Mio. Euro, Jänner 2002) in das Paket 12 aufgenommen.

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10, A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  2. Die Stadt Linz gibt auf ihrer Projektseite (Stand Oktober 2026) die geschätzten Gesamtkosten der Westumfahrung inklusive Planung, Errichtung und Grundeinlöse mit zirka 1,30 Mrd. Euro an, davon 85 Prozent ASFINAG, 10 Prozent Land OÖ und 5 Prozent Stadt Linz.

    Stadt Linz, Future Linz: A26 Westring Linz/Südteil und Donaubrücke, 2026-10-22. Primärquelle. Zitat

  3. In den Erläuterungen zur RV 1204 d.B. (2011) ist die A 26 „Kn Linz-Humelhof – Kn Urfahr“ mit einer Länge von 8 km in der Liste der bestehenden bzw. geplanten Bundesstraßen geführt, die nicht Teil des TEN-Netzes sind.

    1204 der Beilagen XXIV. GP, Regierungsvorlage, Vorblatt und Erläuterungen, 2011. Primärquelle. Zitat

  4. Laut Spruch des UVP-Bescheids hat die A 26 eine Gesamtlänge von rund 4,7 km, eine Westbrücke (Schrägseilbrücke) von ca. 213 m, einen Tunnel Freinberg von 3,1 km und eine Donau-Hängebrücke von ca. 306 m.

    BMVIT, UVP-Genehmigungsbescheid A 26, 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  5. Laut tips vom 21. Oktober 2026 beziffern die Linzer Grünen den Stadtanteil nach der neuen Prognose auf knapp 65 Mio. Euro und fordern den Ausstieg aus der Finanzierungsvereinbarung; einen vertraglichen Kostendeckel gibt es nicht.

    Kosten für Linzer Westring steigen auf 1,3 Milliarden Euro (tips.at), 2026-10-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  6. Das im Mai 2008 eingereichte Projekt (nur noch A 26 Süd) hatte laut Rechnungshof auf Preisbasis 2007 geschätzte Errichtungskosten von rund 451,4 Mio. Euro (419,2 Mio. Euro ohne plus 32,2 Mio. Euro Preisgleitung).

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10, A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  7. Laut Regierungsvorlage des Landes OÖ vom 7. November 2011 betrugen die geschätzten Basiskosten der A 26 rund 493 Mio. Euro netto (Preisbasis 2009); mit einer Wertsicherung von rund 153 Mio. Euro ergaben sich Gesamtprojektkosten von rund 646 Mio. Euro netto.

    Oö. Landtag Beilage 510/2011, Vorlage der Oö. Landesregierung betreffend die A26 Linzer Autobahn, 2011-11-07. Primärquelle. Zitat

  8. Die ASFINAG nannte auf ihrer Projektseite (Archivstand 22. September 2021) Gesamtkosten von ca. 743 Mio. Euro, davon 85 Prozent ASFINAG, 10 Prozent Land OÖ und 5 Prozent Stadt Linz.

    ASFINAG Projektseite A 26 Linzer Autobahn (Web-Archiv-Kopien vom 22.09.2021 und 28.05.2023), 2021-09-22. Primärquelle. Zitat

  9. Die ASFINAG gab im August 2020 eine Kostensteigerung der A 26 von 646 auf 743 Mio. Euro bekannt (rund 15 Prozent bzw. 97 Mio. Euro); 40 Mio. Euro davon führte ASFINAG-Vorstand Hufnagl auf Inflation und Baupreisindex zurück, Grund sei die Verschiebung der ersten Etappe von 2018 auf 2024.

    ooe.ORF.at: Linzer Westring um 100 Millionen teurer, 28.08.2020, 2020-08-28. Medienbericht oder Studie. Zitat

  10. Im Juni 2023 legte die ASFINAG dem Land OÖ eine neue Kostenprognose vor: Laut ASFINAG-Bericht 'Kostenentwicklung 2023' betragen die prognostizierten Gesamtkosten inklusive Projektleitungskosten rund 1,18 Mrd. Euro netto, bei einem Bauzeitplan bis 2035.

    Oö. Landtag Beilage 678/2023, Vorlage der Oö. Landesregierung betreffend Genehmigung einer Mehrjahresverpflichtung gegenüber der ASFINAG betreffend A 26 Linzer Autobahn, 13.11.2023, 2023-11-13. Primärquelle. Zitat

  11. Im ASFINAG-Bauprogramm 2026–2031 (Stand Jänner 2026) ist die Etappe 2 der A 26 (HASt Waldeggstraße bis ASt Donau Süd) mit rd. 4,2 km Länge, voraussichtlichen Kosten von rd. 657 Mio. EUR, Baubeginn 2026 und Verkehrsfreigabe 2032 angegeben.

    ASFINAG Bauprogramm 2026 – 2031, Wesentliche Bauvorhaben, Stand Jänner 2026, 2026-01. Primärquelle. Zitat

  12. Der Entwurf des Gesamtverkehrsplans Linz 1972 (Leibbrand-Studie) sah eine Westtangente im Bereich Waldeggstraße – Sandgasse – Hopfengasse sowie einen neuen Römerbergtunnel mit 4. Donaubrücke und eine Nordtangente bis zur damaligen A 24 Mühlkreis Autobahn als Stadtring vor.

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  13. Der Gesamtverkehrsplan Linz 1972 (Leibbrand-Studie) trat laut Rechnungshof nicht in Kraft; er sah auch die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs vor.

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  14. Mit der Bundesstraßengesetznovelle 1983 (BGBl. Nr. 63/1983, ausgegeben am 9. Februar 1983) wurde die neue Bundesstraße B 127a 'Rohrbacher Straße Abzweigung St. Margarethen' mit der Strecke B 127 – Donaubrücke – Linz/St. Margarethen (B 129) ins Bundesstraßengesetz aufgenommen; damit war eine Donaubrücke bei St. Margarethen gesetzlich verankert.

    BGBl. Nr. 63/1983, Bundesstraßengesetznovelle 1983, 1983-02-09. Primärquelle. Zitat

  15. Laut ORF Oberösterreich scheiterte das Projekt von Westtangente und vierter Donaubrücke in den 1980er-Jahren vorerst an Protesten der Bevölkerung und wohl auch am Geld; 2000 verständigten sich Land und Stadt auf einen Neustart, 2004 wurde es beim Verkehrsministerium eingereicht.

    ooe.ORF.at: Geschichte des Linzer Westrings, 2023-06-16. Medienbericht oder Studie. Zitat

  16. Laut OÖN wurde 1983 nach der Festlegung des Brückenstandorts St. Margarethen von Anrainern in Hopfen- und Sandgasse und Waldeggstraße gegen Bürgermeister Franz Hillinger (SPÖ) protestiert; ein Jahr später stellte die Landesregierung Pläne für die vierte Donaubrücke samt Tunnel durch den Freinberg vor, die am Veto der Stadt scheiterten.

    OÖN: Westring: Planungen seit den 70er Jahren, 2019-03-01. Medienbericht oder Studie. Zitat

  17. 1997 wurde laut Land Oberösterreich ein eigenes 'Brückenbier' gebraut, um auf den baldigen Baubeginn anzustoßen; der Baubeginn blieb damals aus.

    Land OÖ, Landeskorrespondenz Nr. 49 vom 11. März 2022: LR Steinkellner: „Alt-Bier" befindet sich in finaler Reifephase, 2022-03-11. Primärquelle. Zitat

  18. In einer Besprechung im Jänner 2000 kamen Vertreter des Landes Oberösterreich, der Stadt Linz und die Verkehrsplaner überein, einer Gesamtlösung aus Westtangententunnel, Donaubrücke und anschließendem Nordtunnel den Vorzug zu geben; damit wurde die Ringschluss-Idee der Leibbrand-Studie 1972 wieder aufgenommen.

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  19. Laut LH-Stv. Hiesl (ÖVP) einigte man sich am 7. Jänner 2000 auf ein neues Westring-Projekt; schon damals hätten ÖVP, SPÖ und FPÖ es gewollt und die Grünen es abgelehnt.

    Wortprotokoll 11. Sitzung des Oö. Landtags, XXVII. GP, 11. November 2010, 2010-11-11. Primärquelle. Zitat

  20. Der Nationalrat beschloss das Bundesstraßen-Übertragungsgesetz (mit Aufnahme der A 26) am 28. Februar 2002 in dritter Lesung mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und ÖVP gegen die Stimmen der Grünen; der Bundesrat erhob am 14. März 2002 keinen Einspruch.

    Parlament: Bundesstraßen-Übertragungsgesetz (599/A), XXI. GP, Verfahrensübersicht. Primärquelle. Zitat

  21. Für die Aufnahme der A 26 in das Verzeichnis 1 des Bundesstraßengesetzes 2002 musste keine Strategische Prüfung im Verkehrsbereich durchgeführt werden, weil das SP-V-Gesetz erst 2005 in Kraft trat.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10, A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  22. Laut Rechnungshof waren nach der Aufnahme der A 26 in das BStG 1971 im April 2002 die Planungsrichtwerte für Autobahnen anzuwenden; insbesondere war auch der Tunnel der A 26 Nord durchgehend zweiröhrig zu planen, und neu geplante Ein- und Ausfahrtsstreifen ergaben über weite Strecken dreistreifige Querschnitte. Durch diese Umplanungen, eine andere Preisbasis und eine höhere Planungstiefe stiegen die Kosten im Vorprojekt 2003 gegenüber der Variantenuntersuchung auf etwa das Doppelte, rd. 438,1 Mio. EUR.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  23. Langer sagte am 19. März 2026: „Wir reden von einem Projekt, das 1972 erdacht wurde.“

    Wortprotokoll Gemeinderat Linz, 37. Sitzung, 19.03.2026, 2026-03-19. Primärquelle. Zitat

  24. Die ASFINAG stellte mit Schreiben vom 21. Mai 2008 beim Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie den Antrag auf Durchführung der UVP und auf einen teilkonzentrierten Genehmigungsbescheid für die A 26, Abschnitt Knoten Linz/Hummelhof bis Anschlussstelle Donau Nord (km 0,6+08,567 bis km 4,9+69,805).

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  25. Nach erster Durchsicht der Einreichung 2008 stellte der Sachverständige für Luftschadstoffe (10. Juli 2008) fest, dass das Vorhaben wegen relevanter vorhabensbedingter Zusatzbelastungen bei bereits bestehender Überschreitung des NO2-Jahresmittelgrenzwerts ohne Kompensationsmaßnahmen nicht umweltverträglich sei; der Sachverständige für Humanmedizin (18. Juli 2008) stufte es darauf gestützt auch aus humanmedizinischer Sicht als nicht umweltverträglich ein.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  26. Am 19. Februar 2010 teilte die UVP-Behörde der ASFINAG in einer Besprechung mit, dass das Vorhaben ohne das Tempolimit 60 km/h nicht umweltverträglich sei, dessen Umsetzung jedoch nicht sichergestellt werden könne (der Landeshauptmann hatte nach IG-L keine Kompetenz, es für eine erst zu errichtende Straße zu verordnen); die Sachverständigen für Luftschadstoffe (11.02.2010) und Humanmedizin (19.02.2010) hatten wegen relevanter Überschreitung des NO2-Jahresmittelwerts so geurteilt.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  27. Laut § 20 Abs. 3 IG-L in der Fassung BGBl. I Nr. 77/2010 (ausgegeben am 18. August 2010) ist beim Neubau einer Straße das NO2-Kriterium der um 10 µg/m³ erhöhte Jahresmittelwert. Bei PM10 gilt die Schwelle von mehr als 35 Überschreitungstagen.

    BGBl. I Nr. 77/2010, Novelle Immissionsschutzgesetz-Luft, 2010-08-18. Primärquelle. Zitat

  28. Der Rechnungshof hielt fest, dass die Genehmigungsfähigkeit der A 26 Süd ohne die Anhebung des NO2-Grenzwertes durch die IG-L-Novelle 2010 (von 30 auf 40 µg/m³) nicht möglich gewesen wäre.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10, A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  29. Laut Rechnungshof wäre die Genehmigungsfähigkeit der A 26 Süd ohne die Anhebung des NO2-Grenzwerts durch die IG-L-Novelle 2010 (von 30 auf 40 µg/m³) nicht möglich gewesen.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  30. Laut derStandard vom 2.11.2010 teilte Infrastrukturministerin Bures Hiesl und Dobusch Ende Oktober 2010 mit, der Westring sei 'in dieser Dimension und mit diesen Kosten nicht realisierbar'. Sie kündigte eine Verschiebung auf frühestens 2016 an oder alternativ eine Bundesbeteiligung an einer günstigeren Landesstraße.

    derStandard: Land protestiert gegen Nein zum Linzer Westring (Kerstin Scheller, 1./2.11.2010), 2010-11-02. Medienbericht oder Studie. Zitat

  31. Laut Rechnungshof evaluierte die ASFINAG ab Sommer 2010 wegen der Wirtschaftskrise und erwarteter Rückgänge der Mauteinnahmen ihr Bauprogramm auf Einsparungen; Ende August 2010 kamen ASFINAG, Bund, Land Oberösterreich und Stadt Linz überein, Einsparungspotenziale für die A 26 Süd zu erarbeiten, und Ende November 2010 boten Land Oberösterreich und Stadt Linz der ASFINAG eine Kostenbeteiligung an.

    Bericht des Rechnungshofes Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  32. Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) erklärte am 11. März 2010 im Gemeinderat, es sei für ihn völlig undenkbar, dass die Stadt Linz den Westring in irgendeinem entscheidenden Maß mitfinanziere.

    Protokoll über die 5. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz am 11. März 2010, 2010-03-11. Primärquelle. Zitat

  33. Am 10. Jänner 2011 einigten sich ASFINAG-Vorstand, Verkehrsministerin, Landeshauptmann von OÖ und Linzer Bürgermeister: Bau in drei Etappen beginnend spätestens 2015 mit der Donaubrücke, A 26 Nord wird nicht als Bundesstraße realisiert, Land OÖ und Stadt Linz zahlen 10 % bzw. 5 % der tatsächlichen Gesamtkosten.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  34. Mit der BStG-Novelle BGBl. I Nr. 62/2011 (ausgegeben am 29. Juli 2011) wurde die Streckenbeschreibung der A 26 auf „Knoten Linz/Hummelhof (A 7) – Linz/Urfahr (B 127)“ geändert; damit endet die A 26 rechtlich an der B 127 statt an der A 7 in Urfahr.

    BGBl. I Nr. 62/2011, Änderung des Bundesstraßengesetzes 1971, 2011-07-29. Primärquelle. Zitat

  35. Die Herausnahme der A 26 Nord aus dem Bundesstraßengesetz erfolgte im Juli 2011 ohne vorangegangene Strategische Prüfung im Verkehrsbereich.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  36. Der Rechnungshof beurteilte, dass die A 26 durch den Wegfall des Nordabschnitts ihre Funktion als Bestandteil des hochrangigen Bundesstraßennetzes verlor und nur noch einen Zubringer vorrangig für den Pendlerverkehr aus dem nordwestlichen Mühlviertel darstellt; aus fachlicher Sicht wäre sie deshalb nicht mehr der ASFINAG zuzurechnen gewesen.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  37. Der Rechnungshof stellte fest, dass die Nichtverwirklichung des Nordteils nur geringe Einsparungen bei der A 26 Süd bewirkt: Planungsoptimierungen nach Wegfall der A 26 Nord brachten rd. 15,6 Mio. EUR, während die längere Laufzeit bis 2029 die Gesamtkosten um mindestens rd. 117,7 Mio. EUR (rd. 22 %) erhöhte.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  38. Die Grüne Klubobfrau Gerda Lenger nannte den verkürzten Westring im Jänner 2011 einen „sinnlosen Brücken- und Tunnelblinddarm“.

    westring.at, Presseaussendung vom 12.01.2011, 2011-01-12. Grüne Quelle. Zitat

  39. Der UVP-Bescheid bezeichnet die A 26 als vor allem auch Zubringer für das übrige hochrangige Straßennetz und leitet daraus ausdrücklich ihre Bedeutung für den Durchzugsverkehr ab.

    BMVIT, UVP-Genehmigungsbescheid A 26, 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  40. Realisierungsvereinbarung zur A 26 wurde am 9. September 2011, die Finanzierungsvereinbarung am 7. Dezember 2011 abgeschlossen.

    Rechnungshof, Bericht Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  41. Laut Entwurf der Finanzierungsvereinbarung (Stand 27.10.2011) leisten das Land einen nicht umsatzsteuerbaren Zuschuss von 10 % und die Stadt einen von 5 % der Gesamtprojektkosten, berechnet jedenfalls auf Basis der tatsächlichen Gesamtkosten. Ein betraglicher Höchstwert ist im Entwurf nicht genannt; ergeben Schätzungen in der Planungsphase Kostenüberschreitungen von mehr als 10 %, dürfen die Vertragsparteien aber von der weiteren Umsetzung Abstand nehmen.

    Oö. Landtag Beilage 510/2011, Subbeilage: Finanzierungsvereinbarung betreffend Zuschuss zu dem Projekt A 26 Linzer Autobahn, Entwurf vom 27.10.2011, 2011-11-07. Primärquelle. Zitat

  42. Bürgermeister Dobusch erklärte am 13. Oktober 2011 im Gemeinderat, ein fixer Höchstbetrag wie beim Musiktheater sei mit dem Bund nicht verhandelbar gewesen.

    Amtsblatt Linz, Wortprotokoll der 19. Sitzung des Gemeinderates am 13. Oktober 2011, 2011-10-13. Primärquelle. Zitat

  43. Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) kritisierte am 6. März 2014 im Gemeinderat: „da gehen wir her und tragen das Geld für ein Bundesprojekt, für ein Autobahnprojekt nach Wien.“

    Wortprotokoll Gemeinderat Linz, 43. Sitzung, 06.03.2014, 2014-03-06. Primärquelle. Zitat

  44. Das vertragliche Rücktrittsrecht ('Ausstiegsklausel') gilt laut Wortlaut nur, wenn Schätzungen im Laufe der Planungsphase Kostenüberschreitungen von mehr als 10 % ergeben.

    Oö. Landtag Beilage 510/2011, Subbeilage: Finanzierungsvereinbarung, Entwurf vom 27.10.2011, 2011-11-07. Primärquelle. Zitat

  45. Bürgermeister Luger bejahte am 24.5.2023 die Existenz der Ausstiegsklausel, zitierte sie einschließlich "Planungsphase" wörtlich und nannte als Vergleichsbasis der 10-Prozent-Schwelle die Kosten von 2011 "493 Mio. Euro netto, ohne Indexierung".

    Wortprotokoll 14. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 24.5.2023, 2023-05-24. Primärquelle. Zitat

  46. Seit Februar 2019 liefen laut Land OÖ die Arbeiten an den Ankerblöcken der Hängebrücke über beiden Donauufern; am 14. September 2020 erfolgte mit einer Sprengung im Freinberg der offizielle Auftakt der Tunnelbauarbeiten (Tunnelanschlag) an der B 129.

    Land OÖ: ASFINAG: Offizieller Auftakt für den Tunnelbau der A 26 Linzer Autobahn, 2020-09-14. Primärquelle. Zitat

  47. Vizebürgermeister Hajart (ÖVP) erklärte am 21.4.2022 im Linzer Gemeinderat zu einem Antrag, die Planung der Etappen 2 und 3 zu überdenken bzw. darauf zu verzichten: "Wir sind ja längst über die Planungsphase des Westrings hinaus, er wird gebaut."

    Wortprotokoll 6. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 21.4.2022, 2022-04-21. Primärquelle. Zitat

  48. Land und Stadt verpflichten sich, im Fall behördlich vorgeschriebener Maßnahmen am sekundären Straßennetz (z. B. Rückbau, Lärmschutz) deren allenfalls dauerhafte Erhaltung zur Gänze auf eigene Kosten zu übernehmen und die ASFINAG schadlos zu halten.

    Oö. Landtag Beilage 510/2011, Subbeilage: Finanzierungsvereinbarung, Entwurf vom 27.10.2011, 2011-11-07. Primärquelle. Zitat

  49. Bis zur Fertigstellung des Projekts müssen Land und Stadt alle Maßnahmen mit verkehrlichen Wirkungen auf die A26 der ASFINAG unverzüglich mitteilen und mit ihr abstimmen; auch geplante Flächenwidmungsänderungen, Umbauten und Verkehrsbeschränkungen im UVP-Untersuchungsraum sind abzustimmen.

    Oö. Landtag Beilage 510/2011, Subbeilage: Finanzierungsvereinbarung, Entwurf vom 27.10.2011, 2011-11-07. Primärquelle. Zitat

  50. Der Linzer Gemeinderat genehmigte am 13. Oktober 2011 die Vereinbarung über die Realisierung der A 26 zwischen Bund, Land, Stadt und ASFINAG; die FPÖ (8) enthielt sich, die Grünen (7), KPÖ-Gemeinderätin Grünn und BZÖ-Gemeinderat Reiman stimmten dagegen.

    Amtsblatt Linz, Wortprotokoll der 19. Sitzung des Gemeinderates am 13. Oktober 2011, 2011-10-13. Primärquelle. Zitat

  51. Der Linzer Gemeinderat stimmte am 24. November 2011 der fünfprozentigen Beteiligung der Stadt an den Gesamtprojektkosten zu und genehmigte die Finanzierungsvereinbarung; die FPÖ (9) enthielt sich, Grüne (7), KPÖ und BZÖ stimmten dagegen.

    Amtsblatt Linz, Wortprotokoll der 20. Sitzung des Gemeinderates am 24. November 2011, 2011-11-24. Primärquelle. Zitat

  52. Der Oö. Landtag beschloss am 10. November 2011 die Beilage 510/2011 (Zuschuss des Landes von 10 % der Projektgesamtkosten) mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und FPÖ; die Grünen stimmten nicht zu.

    Wortprotokoll der 20. Sitzung des Oö. Landtags am 10. November 2011, 2011-11-10. Primärquelle. Zitat

  53. Der Gemeinderat genehmigte am 21. Jänner 2021 die Erhöhung des 2015 geschätzten Zuschusses der Stadt zur A 26 von 31,3 Mio. Euro netto auf 36,3 Mio. Euro netto (plus 5 Mio. bzw. 16 %); Grüne, NEOS und KPÖ stimmten dagegen.

    Wortprotokoll-Auszug der 47. Gemeinderatssitzung am 21.1.2021, TOP F8, 2021-01-21. Primärquelle. Zitat

  54. Der Gemeinderat genehmigte am 25. Jänner 2024 die Erhöhung des städtischen Zuschusses von 36,3 Mio. Euro netto (43,56 Mio. inkl. USt) auf 56,3 Mio. Euro netto (67,6 Mio. inkl. USt); NEOS enthielten sich, Grüne, MFG, KPÖ, LinzPlus und WANDEL stimmten dagegen.

    Wortprotokoll-Auszug der 20. Gemeinderatssitzung am 25.1.2024, TOP G1, 2024-01-25. Primärquelle. Zitat

  55. Für die Stadt Linz bedeutet die Prognose laut MeinBezirk Mehrausgaben von 6 Mio. Euro, insgesamt 65 Mio. Euro (5 %-Anteil).

    MeinBezirk Linz: 120 Millionen Euro mehr: Kosten für Linzer Westring erneut deutlich gestiegen (21.10.2026), 2026-10-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  56. GRin Lenger (Grüne) rechnete am 24.11.2011 im Gemeinderat vor, mit den 'üblichen' 20 Prozent Baukostenüberschreitung ergebe sich eine Endsumme von 775 Millionen Euro (Amtsblatt-Beilage S. 680).

    Stadt Linz, Protokoll 20. Sitzung des Gemeinderates, 24.11.2011, 2011-11-24. Primärquelle. Zitat

  57. Laut Gemeinderatsbeschluss vom 25. Jänner 2024 hatte die Stadt Linz von 2019 bis 2022 bereits 13,677 Mio. Euro brutto (11,40 Mio. netto) bezahlt; für 2030 bis 2036 waren weitere 27,972 Mio. Euro brutto (23,310 Mio. netto) kalkuliert, insgesamt 67,601 Mio. Euro brutto (56,334 Mio. netto).

    Wortprotokoll 20. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 25.01.2024, 2024-01-25. Primärquelle. Zitat

  58. Die Stadt Linz zahlte laut Rechnungsabschluss 2023 3.073.353,87 Euro an die ASFINAG für die A 26 (Finanzierungsvoranschlag 2.940.000 Euro).

    Rechnungsabschluss 2023, Detailnachweis Gruppe 6 (Fonds 610000 Bundesstraßen), Magistrat Linz, 2024-06-30. Primärquelle. Zitat

  59. Laut Kontrollamt Linz verbuchte die Stadt im Rechnungsabschluss 2024 für die A 26 (Bau Westring) einen Zuschuss an die ASFINAG von 3.762.000 Euro; die Kostenbeiträge für Straßenneubauten (Ebelsberg, Westring, Halbanschlussstelle Auhof) betrugen zusammen rund 21,4 Mio. Euro.

    Kontrollamt Linz, Initiativprüfung Rechnungsabschluss 2024 (9.12.2025), 2025-12-09. Primärquelle. Zitat

  60. Die ASFINAG rechnet wegen einer geplanten Neuregelung für Aushubmaterial (Selen-Grenzwerte) mit rund 40 Mio. Euro Zusatzkosten.

    SN.at/APA: Linzer Westring wird nochmals teurer (21.10.2026), 2026-10-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  61. Weitere 40 Mio. Euro der Mehrkosten entfallen auf gestiegene Baukosten und 35 Mio. Euro auf kleinere Positionen wie Lärmschutz.

    SN.at/APA: Linzer Westring wird nochmals teurer (21.10.2026), 2026-10-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  62. Die Landesregierung bezifferte im November 2023 die prognostizierten Gesamtkosten laut ASFINAG-Bericht 'Kostenentwicklung 2023' (Stand Juni 2023) mit rund 1,18 Mrd. Euro netto inklusive Projektleitungskosten und den Landesanteil (10 %) mit rund 112,4 Mio. Euro netto.

    Oö. Landtag Beilage 698/2023, Bericht des Ausschusses für Infrastruktur betreffend Mehrjahresverpflichtung gegenüber der ASFINAG betreffend A26, 2023-11-23. Primärquelle. Zitat

  63. Laut Stellungnahme der Direktion Straßenbau und Verkehr (SVD) des Landes OÖ im LRH-Bericht zur Landesstraßenerhaltung (April 2026) betragen die laufenden Zahlungen an die ASFINAG für die A 26 in den Jahren 2029 bis 2031 durchschnittlich 13 Mio. Euro pro Jahr. Sie binden als „fixer Abgang“ einen Teil des mit rund 58 Mio. Euro angenommenen Neubaubudgets (Basis VA 2026).

    Oö. Landesrechnungshof, Initiativprüfung Landesstraßenerhaltung, LRH-P-100005-1-2026-LI, 2026-04. Primärquelle. Zitat

  64. Bei der Einigung im Dezember 2023 wurde vereinbart: Bund 50 Prozent, Land Oberösterreich mindestens 42,5 Prozent, Stadt Linz 7,5 Prozent der Regionalstadtbahn-Kosten, wobei der Beitrag der Stadt Linz mit maximal 50 Mio. Euro gedeckelt ist.

    PK-Unterlage Land OÖ / Stadt Linz vom 11. Dezember 2023, 2023-12-11. Primärquelle. Zitat

  65. Auf die Grüne Anfrage zum 'ungedeckelten Westring-Vertrag' sagte LH Stelzer am 24. September 2020 im Landtag, man habe in seiner Amtszeit begonnen, bei derartigen Verträgen einen Deckel einzuführen, zum Beispiel bei der Förderung für die Brücke in Linz.

    Oö. Landtag Beilage 6048/2020, Wortprotokoll der 49. Sitzung am 24. September 2020, 2020-09-24. Primärquelle. Zitat

  66. Ein Grüner Antrag auf Aufhebung der Gemeinderatsbeschlüsse vom 13.10.2011 und 24.11.2011 (Westring-Mitfinanzierung) wurde am 23. Mai 2013 mit den Gegenstimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ abgelehnt.

    Wortprotokoll-Auszug der 34. Gemeinderatssitzung am 23.5.2013, TOP O11, 2013-05-23. Primärquelle. Zitat

  67. Am 6. März 2014 lehnte der Gemeinderat einen Grünen Antrag ab, die rechtlichen und finanziellen Folgen einer Kündigung der Westring-Zuschussvereinbarung prüfen zu lassen; SPÖ und FPÖ enthielten sich, die ÖVP stimmte dagegen.

    Wortprotokoll-Auszug der 43. Gemeinderatssitzung am 6.3.2014, TOP J7, 2014-03-06. Primärquelle. Zitat

  68. Am 19. März 2026 lehnte der Gemeinderat den Grünen Antrag 'Kein städtisches Geld für Autobahnen' ab, der eine Prüfung der Ausstiegsmöglichkeiten aus der Finanzierungsvereinbarung durch Vbgm Hajart verlangte; die SPÖ enthielt sich, ÖVP und FPÖ stimmten dagegen.

    Wortprotokoll-Auszug der 37. Gemeinderatssitzung am 19.3.2026, TOP K3, 2026-03-19. Primärquelle. Zitat

  69. Am 21. April 2022 lehnte der Gemeinderat Punkt 1 eines Grünen Abänderungsantrags zum Linz+-Antrag K22 ab, der die ASFINAG ersuchen sollte, nach Fertigstellung der neuen Donaubrücke inklusive Tunnelzufahrten auf Abschnitt 2 (Tunnel Freinberg inkl. Bahnhofknoten und Unterflurstraße Waldeggstraße) und Abschnitt 3 (Westbrücke inkl. Lückenanschluss zur A7) zu verzichten; SPÖ, ÖVP, FPÖ, NEOS, MFG und LinzPlus enthielten sich.

    Wortprotokoll-Auszug der 6. Gemeinderatssitzung am 21.4.2022, TOP K22, 2022-04-21. Primärquelle. Zitat

  70. Ein Dringlichkeitsantrag von Grünen, KPÖ, Linz+ und GR Brandstetter, die Ausstiegsklausel der nicht gedeckelten Finanzierungsvereinbarung zu nutzen, wurde am 29. Juni 2023 abgelehnt; SPÖ, ÖVP, FPÖ und NEOS enthielten sich.

    Wortprotokoll-Auszug der 15. Gemeinderatssitzung am 29.6.2023, TOP M, 2023-06-29. Primärquelle. Zitat

  71. Am 24. April 2025 lehnte der Gemeinderat einen Antrag von GR Brandstetter, Grünen und KPÖ ab, wonach die Stadt künftige A26-Kostensteigerungen nicht mehr mittragen und aus dem Finanzierungsvertrag aussteigen soll; SPÖ, ÖVP und NEOS enthielten sich, die FPÖ stimmte dagegen.

    Wortprotokoll-Auszug der 29. Gemeinderatssitzung am 24.4.2025, TOP J12, 2025-04-24. Primärquelle. Zitat

  72. Luger begründete 2023 die Nichtnutzung der Ausstiegsklausel damit, dass die Stadt hinter dem Projekt stehe und die Kostenerhöhungen belegbar und nachvollziehbar seien; zur Höhe der Kosten aus der Sekundärnetz-Klausel konnte er nichts sagen.

    Wortprotokoll-Auszug der 14. Gemeinderatssitzung am 24.5.2023, TOP E1.4 (Anfrage Potocnik), 2023-05-24. Primärquelle. Zitat

  73. Gemeinderat Helge Langer (Grüne) fragte am 19. März 2026 im Gemeinderat: „Ab welcher Summe darf man eigentlich nachfragen, ob ein Projekt Blödsinn ist?“

    Wortprotokoll Gemeinderat Linz, 37. Sitzung, 19.03.2026, 2026-03-19. Primärquelle. Zitat

  74. Laut Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) erfüllten von 9.817 eingereichten Unterstützungserklärungen nur 4.872 alle Gültigkeitskriterien, notwendig wären 6.104 gewesen; die Volksbefragung wurde daher nicht eingeleitet.

    Keine Volksbefragung zum Westring in Linz – ooe.ORF.at, 2023-04-12. Medienbericht oder Studie. Zitat

  75. Die Hürde von 6.104 entspricht 4 Prozent der 152.604 Wahlberechtigten der Gemeinderatswahl 2021; gültig war eine Erklärung nur, wenn die Person sowohl am Tag der Unterschrift als auch am 13. März 2023 wahlberechtigt war (doppelter Stichtag).

    Tips Linz: Nur 4.872 gültige Unterschriften, Linzer Volksbefragung zur Westring-Autobahn wird nicht durchgeführt, 2023-04-12. Medienbericht oder Studie. Zitat

  76. Das Landesverwaltungsgericht hob die Zurückweisung durch den Magistrat am 8. August 2023 (LVwG-950201) allein deshalb auf, weil der Magistrat nicht zuständig war; die Zulässigkeit hat der Bürgermeister zu beurteilen. Dass die Zählung der Unterschriften falsch war, stellte das Gericht nicht fest.

    LVwG OÖ Medieninformation vom 8. August 2023 (LVwG-950201), 2023-08-08. Primärquelle. Zitat

  77. Das Landesverwaltungsgericht OÖ hob im August 2023 den Bescheid des Magistrats, mit dem die Westring-Volksbefragung abgelehnt wurde, aus formalen Gründen auf, weil der Bürgermeister selbst hätte entscheiden müssen; Luger erließ daraufhin einen neuen, inhaltlich gleichen ablehnenden Bescheid.

    Gericht hebt Bescheid gegen Westring-Volksbefragung auf – OÖNachrichten, 2023-08-25. Medienbericht oder Studie. Zitat

  78. Eva Schobesberger forderte im September 2022 den Ausstieg aus dem Finanzierungsvertrag: „Es ist grundsätzlich nicht Aufgabe von Kommunen Bundesprojekte zu subventionieren.“

    westring.at, Presseaussendung vom 05.09.2022, 2022-09-05. Grüne Quelle. Zitat

  79. Für die A 26 wurde kein Planfall erstellt, der nur den Ausbau des öffentlichen Verkehrs ohne Bau der A 26 betrachtete; der Rechnungshof kritisierte, dass deshalb die verkehrlichen Wirkungen eines alleinigen ÖV-Ausbaus nicht festgestellt werden konnten.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  80. In seiner Gegenäußerung hielt der Rechnungshof fest, dass sich die Entscheidungsträger durch das Unterbleiben der Untersuchung eines ausschließlichen ÖV-Ausbaus möglicherweise richtungsweisender Erkenntnisse begeben hatten.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  81. Das Lebensministerium verlangte 2009, einen Planfall ohne A 26 und nur mit Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu ergänzen, und empfahl aufgrund der Erfahrungen mit solchen Projekten, Lösungen zur Verbesserung des ÖV statt des MIV zu untersuchen.

    BMLFUW, Stellungnahme zur UVE A 26, 13.08.2009, 2009-08-13. Primärquelle. Zitat

  82. Das Lebensministerium rechnete 2009 vor, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis der A 26 ohne Zeiteinsparung im Jahr 2025 maximal 0,60 betrage und damit die Grenze der Realisierungswürdigkeit (größer 1) unterschreite, weil Zeitgewinne mit der Zeit gegen Null gingen.

    BMLFUW, Stellungnahme zur UVE A 26, 13.08.2009, 2009-08-13. Primärquelle. Zitat

  83. Eine vom Land 2002 erstellte systemische Analyse ergab für 2015 einen Modal Split ÖV/MIV von 16/84 bei Westring allein, 30/70 bei Umsetzung des Nahverkehrsprogramms allein und 25/75 bei Westring plus Nahverkehrsprogramm (Bestand 2000: 24/76).

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  84. Der Rechnungshof beanstandete die fehlende Monetarisierung der Lärm- und Schadstoffkosten und empfahl der ASFINAG, Nutzen-Kosten-Analysen künftig nach den einschlägigen Vorgaben monetarisiert zu erstellen.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  85. In der Nutzen-Kosten-Analyse der A 26 Süd hatten Energie- und Klimakosten wegen steigender Verkehrsleistung einen negativen Nutzen (Klimakosten minus 130.680 EUR/Jahr); der positive Faktor beruhte maßgeblich auf Fahrzeugbetriebs-, Zeit- und Unfallkosten (Zeitkosten 23.773.676 EUR/Jahr).

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  86. ASFINAG-Vorstand Alois Schedl erklärte im Rechnungshofausschuss, das Projekt rechne sich betriebswirtschaftlich voraussichtlich nicht, weil die Mauteinnahmen wegen relativ geringen Lkw-Verkehrs niedrig ausfallen würden.

    Parlamentskorrespondenz Nr. 401 vom 14.05.2013: Linzer Westring bleibt umstritten, 2013-05-14. Primärquelle. Zitat

  87. Laut OÖNachrichten vom 29. Juni 2013 brachte Gabriela Moser 2011 eine Beschwerde in Brüssel ein, nachdem der Westring aus Spargründen auf die Variante ohne Nordteil reduziert worden war.

    OÖNachrichten, Robert Stammler: A26: Blauer Brief aus Brüssel, 2013-06-29. Medienbericht oder Studie. Zitat

  88. Die Grüne Nationalratsabgeordnete Gabriela Moser richtete am 4. Februar 2010 eine Anfrage an Verkehrsministerin Bures, in der sie erklärte, der Westring widerspreche dem Kyoto-Ziel und unterschreite die Kriterien gesamtwirtschaftlicher Realisierungswürdigkeit.

    4474/J XXIV. GP – Anfrage betreffend Westring Linz (A 26), 2010-02-04. Grüne Quelle. Zitat

  89. Das Vertragsverletzungsverfahren zum Westring trug die Nummer 2013/4112 und betraf die Richtlinie 2001/42/EG (SUP-RL), Art. 3 und Anhang II, A 26 Linzer Westring; es erreichte das Stadium Mahnschreiben, betroffen waren BMVIT, BMLFUW und die Länder.

    5575/AB XXV. GP, Anlage 3 zu PA 5763/J: Vertragsverletzungsverfahren EK (Bundeskanzleramt, Minister Ostermayer), 2015-08-26. Primärquelle. Zitat

  90. Laut Antragsbegründung war die SP-V-Novelle 2014 Voraussetzung, um eine Einstellung des Vertragsverletzungsverfahrens zu erwirken; zugleich wurden die Änderungen als 'rein formaler Natur' beschrieben, die Verwaltungspraxis werde 'im Prinzip nicht verändert'.

    261/A XXV. GP, 2014-02-24. Primärquelle. Zitat

  91. Die EU-Kommission stellte das Vertragsverletzungsverfahren 2013/4112 (A 26 Linzer Westring) mit Beschluss vom 25. September 2014 ein; es kam zu keiner begründeten Stellungnahme und keiner Klage beim EuGH.

    5575/AB XXV. GP, Anlage 3: Vertragsverletzungsverfahren EK, 2015-08-26. Primärquelle. Zitat

  92. Der UVP-Bescheid deutet die Einstellung als Bestätigung, dass die SUP-Richtlinie in Österreich 'sehr wohl ordnungsgemäß umgesetzt' worden sei, ohne zu erwähnen, dass Österreich vor der Einstellung das SP-V-Gesetz geändert hatte.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26, 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  93. Das BVwG hielt eine SUP-Pflicht zudem aus zeitlichen Gründen für ausgeschlossen: Mit der Aufnahme der A 26 ins BStG (BGBl. I 50/2002 vom 29.03.2002) und dem am 07.05.2004 fertiggestellten Vorprojekt 2003 seien förmliche Vorbereitungsakte vor dem 21.07.2004 gesetzt und der Plan mit BGBl. I 2006/58 am 09.05.2006 rechtzeitig angenommen worden (Übergangsregel Art. 13 Abs. 3 SUP-RL).

    BVwG, Erkenntnis W143 2017269-2/297E vom 21.08.2017, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  94. Der VwGH befand 2018 die Begründung des BVwG für nachvollziehbar, wonach für den Südteil der A 26 keine SUP durchzuführen war: Der Südteil stand schon im BStG idF BGBl. I Nr. 50/2002 und Nr. 58/2006, und die Streichung des Nordteils durch BGBl. I Nr. 62/2011 veränderte ihn inhaltlich nicht. Eine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung sah der VwGH darin nicht.

    VwGH 27.09.2018, Ro 2018/06/0006, 2018-09-27. Primärquelle. Zitat

  95. Während der Auflage 2009 langten bei der UVP-Behörde insgesamt 1789 Stellungnahmen bzw. Einwendungen ein, darunter von Linz, Puchenau, dem OÖ Umweltanwalt und den Umweltorganisationen Naturschutzbund OÖ, Ökobüro, Global 2000 und Umweltdachverband.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  96. Bei der zweiten Auflage (10.12.2012 bis 4.2.2013) langten innerhalb der Frist mehr als 1.700 Stellungnahmen bzw. Einwendungen ein, darunter von Linz, dem OÖ Umweltanwalt, der Umweltorganisation „Initiative FahrRad Oberösterreich“ und vier Bürgerinitiativen; vier weitere kamen verspätet.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  97. Die mündliche UVP-Verhandlung war für 30. September, 1., 3. und 4. Oktober 2013 in Linz anberaumt und fand tatsächlich an sieben Tagen statt: am 30. September sowie am 1., 3., 4., 14., 15. und 21. Oktober 2013.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  98. Mit Bescheid vom 22.12.2014, GZ. BMVIT-314.526/0047-IV/ST-ALG/2014, erteilte der Verkehrsminister der ASFINAG die Genehmigung nach § 24f UVP-G 2000 iVm BStG 1971, Forstgesetz 1975 und Straßentunnel-Sicherheitsgesetz für die A 26 Knoten Linz/Hummelhof (A 7) – ASt. Donau Nord.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  99. Der „Spatenstich“ für die A 26 fand am 5. Juli 2015 am Linzer Hauptplatz statt; die Feier kostete laut Schlussrechnung 252.425,63 EUR exkl. MwSt. und wurde zu 100 % von der ASFINAG getragen. Bauvorbereitende Maßnahmen begannen am 6. Juli 2015.

    9193/AB XXV. GP, Anfragebeantwortung BMVIT (Spatenstich ohne Folgen beim Projekt Linzer Westring), 2016-08-17. Primärquelle. Zitat

  100. Laut ORF war 2009 erstmals ein Baubeginn vorgesehen, wofür bereits Häuser entlang der Trasse abgelöst wurden; der Baustart verschob sich durch Einsprüche (im UVP-Verfahren rund 2.000 Stellungnahmen) immer wieder, nach einem verfrühten Spatenstich im Landtagswahlkampf 2015 begann der Bau der ersten Etappe tatsächlich 2019.

    ooe.ORF.at: Geschichte des Linzer Westrings, 2023-06-16. Medienbericht oder Studie. Zitat

  101. Gegen den UVP-Bescheid wurden 7 Beschwerden erhoben, dazu 3 gegen den Bescheid des Landeshauptmanns vom 21.04.2015 (u.a. Wasserrecht) und 1 gegen den Naturschutzbescheid des Linzer Magistrats vom 17.06.2015; Beschwerdeführer waren Anrainer und Bürgerinitiativen aus Linz.

    Parlament, Anfragebeantwortung 10747/AB XXV. GP vom 15.02.2017 (BM Leichtfried), 2017-02-15. Primärquelle. Zitat

  102. Das BVwG ordnete am 19.09.2016 auf Antrag der Beschwerdeführer an, dass die ASFINAG Quell- und Ziel-Verkehrsmatrizen sowie Emissionsfaktoren (Rohdaten) herausgibt; die ASFINAG legte am 10.10.2016 die Ziel- und Quellmatrizen sowie Luftdaten vor.

    10747/AB XXV. GP vom 15.02.2017, Anfragebeantwortung BMVIT (Leichtfried) zu 11161/J, 2017-02-15. Primärquelle. Zitat

  103. Das BVwG wies am 24.11.2016 (W143 2017269-2/208Z) den Antrag der ASFINAG ab, die Quell- und Ziel-Verkehrsmatrizen von der Akteneinsicht auszunehmen, weil kein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse bestand.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  104. Die mündliche Beschwerdeverhandlung vor dem BVwG fand am 17., 18., 19., 23., 24. und 25.08.2016 statt; am 25.08.2016 änderte die ASFINAG das Projekt dahin, dass lärmmindernder Splittmastixasphalt (L-SMA) im gesamten Baulosbereich inklusive Rampen aufgebracht wird.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  105. Spruchpunkt A) I. des BVwG-Erkenntnisses vom 21.08.2017: Den Beschwerden gegen den UVP-Bescheid wurde teilweise stattgegeben und der Bescheid durch geänderte und zusätzliche Auflagen abgeändert.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  106. Das BVwG schrieb 2017 (Auflage 1.16) vor, an 25 Querschnitten des untergeordneten Straßennetzes ein Jahr vor jeder Betriebsphase und jährlich bis 10 Jahre nach Inbetriebnahme der 3. Betriebsphase im Mai und Oktober je eine Woche automatische Verkehrserhebungen durchzuführen (u.a. Nibelungenbrücke, Leonfeldner Straße, Wiener Straße).

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  107. Das BVwG schrieb 2017 Auflage 4.32 vor: Ergibt das Verkehrsmonitoring eine um mindestens 1.000 Kfz/24h höhere Verkehrsstärke (JDTV) als die UVE-Prognose und sind vorhabenbedingte Grenzwertüberschreitungen nicht auszuschließen, sind kontinuierliche Messungen von NO2, PM10 und PM2,5 bei den exponiertesten Wohnanrainern vorzunehmen.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  108. Spruchpunkt A) III.: Im Übrigen wies das BVwG die Beschwerden gegen alle drei Bescheide (UVP, Wasserrecht, Naturschutz) als unbegründet ab.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  109. Der VwGH wies am 27.09.2018 (Ro 2018/06/0006, verbunden mit Ro 2018/06/0007 bis 0012) die Revision der Bürgerinitiative und sechs weiterer Personen gegen das BVwG-Erkenntnis vom 21.08.2017 zurück.

    VwGH 27.09.2018, Ro 2018/06/0006, 2018-09-27. Primärquelle. Zitat

  110. Die Revisionswerber mussten laut VwGH-Beschluss vom 27.09.2018 dem BMVIT und dem Landeshauptmann von Oberösterreich je 553,20 Euro und der ASFINAG 1.106,40 Euro an Aufwandersatz zahlen.

    VwGH 27.09.2018, Ro 2018/06/0006, 2018-09-27. Primärquelle. Zitat

  111. Die erste Etappe (Donautalbrücke mit Auf- und Abfahrten zu B 127 und B 129) wurde laut BMIMI am 15. November 2024 dem Verkehr übergeben.

    BMIMI: A 26 Linzer Autobahn (Projektseite), 2026-10-22. Primärquelle. Zitat

  112. Laut Rechnungshof (Reihe Bund 2012/10) sah der Zeitplan nach der Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarung 2011 für den 1. Abschnitt (Donaubrücke mit Anschlussstellen Nord B 127 und Süd B 129) Baubeginn 2015 und Verkehrsfreigabe 2018 vor.

    Rechnungshof, Bericht Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012. Primärquelle. Zitat

  113. Laut ORF kostete die erste Etappe (Brücke inkl. 3,6 km Zu- und Abfahrten) 305 Millionen Euro statt ursprünglich geplanter 240 Millionen Euro; als Gründe wurden Verwaltungsverfahren und Teuerung genannt.

    ooe.ORF.at: Donautalbrücke wird freigegeben, 2024-11-15. Medienbericht oder Studie. Zitat

  114. ORF nannte zur Eröffnung der Neuen Donaubrücke Linz im August 2021 Kosten von 90,2 Mio. Euro, getragen von Stadt Linz und Land Oberösterreich.

    ORF: Neue Linzer Donaubrücke wird feierlich eröffnet (27.08.2021), 2021-08-27. Medienbericht oder Studie. Zitat

  115. Schobesberger rechnete im September 2022 vor: „Mit diesen über 37 Millionen Euro könnten wir die Rad- und Fußwegbrücke mindestens zweimal bauen oder auch eine 2. Schienenachse ein ordentliches Stück vorantreiben.“

    westring.at, Presseaussendung vom 05.09.2022, 2022-09-05. Grüne Quelle. Zitat

  116. Laut ORF OÖ (05.12.2025) wurden auf der Donautalbrücke ein Jahr nach Eröffnung rund 10.600 Fahrzeuge täglich gezählt, prognostiziert waren 10.100.

    Die Zahlen nach einem Jahr Donautalbrücke (ooe.ORF.at), 2025-12-05. Medienbericht oder Studie. Zitat

  117. Landesrat Steinkellner sagte im Dezember 2025, die Nibelungenbrücke sei um circa 7.500 Fahrzeuge entlastet worden, dort fahren aber immer noch über 30.000 Fahrzeuge.

    Die Zahlen nach einem Jahr Donautalbrücke (ooe.ORF.at), 2025-12-05. Medienbericht oder Studie. Zitat

  118. Laut ORF stieg der Verkehr auf der Oberen Donaulände von knapp 11.000 Fahrzeugen pro Tag (2022) auf beinahe 15.000 nach Eröffnung der Donautalbrücke, während er auf der Rudolfstraße von 22.500 (2022) um 5.000 sank.

    Die Zahlen nach einem Jahr Donautalbrücke (ooe.ORF.at), 2025-12-05. Medienbericht oder Studie. Zitat

  119. Die Dauerzählstelle des Landes OÖ an der B 127 in Puchenau (Nr. 4021) maß im Oktober 2024, vor Eröffnung der Donautalbrücke, einen Werktagsverkehr von 23.275 Kfz/24h.

    DORIS Verkehrszählung, B127 Rohrbacher Straße, Puchenau, Zähl-Nr. 2024 10 0037, 2026-10-22. Primärquelle. Zitat

  120. An derselben Zählstelle B 127 Puchenau stieg der Werktagsverkehr im Oktober 2025, rund elf Monate nach Eröffnung der Donautalbrücke, auf 25.641 Kfz/24h, also um rund 10 Prozent gegenüber Oktober 2024.

    DORIS Verkehrszählung, B127 Rohrbacher Straße, Puchenau, Zähl-Nr. 2025 10 0018, 2026-10-22. Primärquelle. Zitat

  121. Das Land OÖ nennt die Eröffnung der A26-Donautalbrücke Ende 2024 als wahrscheinliche Mitursache dafür, dass der durchschnittliche tägliche Verkehr an der Messstation Linz-Römerberg von 2024 auf 2025 um 3 % stieg; die NO2-Immissionen stiegen dort von 27 auf 28 µg/m³.

    Land OÖ, Umwelt Prüf- und Überwachungsstelle: Luftgüte Jahresbericht 2025 (Inspektionsbericht, ausgestellt 27.07.2026), 2026-07-27. Primärquelle. Zitat

  122. Land OÖ und Stadt Linz erklärten im März 2025, die prognostizierte Entlastung der Nibelungenbrücke durch die Donautalbrücke habe sich deutlich bestätigt, mit damals rund 8.000 Fahrzeugen auf der neuen Brücke. Diesen Spielraum nutzen sie für provisorische Radfahrstreifen auf der Nibelungenbrücke ab April 2025.

    Stadt Linz Medienservice: LR Steinkellner / Bgm. Prammer / Vbgm. Hajart: Startschuss für provisorische Radfahrstreifen auf der Nibelungenbrücke, 2025-03-11. Primärquelle. Zitat

  123. Das BMK erklärte am 1. Dezember 2021, ausführliche Analysen hätten ergeben, dass der Ausbau des Straßennetzes stets zu mehr Verkehr führe und klimaschädliche Treibhausgase dadurch steigen.

    Klimacheck: Ergebnisse ASFINAG-Bauprogramm liegen vor (BMK-Presseaussendung), 2021-12-01. Primärquelle. Zitat

  124. Laut UVP-Bescheid ist das Vegetationsmosaik der Linzer Pforte (Eichen-Hainbuchenwälder, Geißklee-Traubeneichenwälder, Felstrockenrasen) in Österreich nur aus drei Gebieten bekannt, weshalb die Standorte bei Linz österreichweite Bedeutung haben; die Hangabschnitte Urfahrwänd und Turmleiten gelten als sehr hochwertige Biotopflächen.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  125. Der UVP-Bescheid stellt für die Betriebsphasen einen permanenten Flächenverlust primärer Felslebensräume und wärmeliebender Waldstandorte der Urfahrwänd (durch Abspannseile u.a.) sowie hohe bis sehr hohe Beeinträchtigungen fest, bewertet die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen unter Berücksichtigung der Maßnahmen insgesamt aber als vertretbar.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  126. Der UVP-Sachverständige für Pflanzen, Tiere und Lebensräume kam 2014 zum Schluss, dass es in der Bauphase wegen der unmittelbaren Nähe des Nestes zum Bauvorhaben zu einer Zerstörung des Wanderfalkennestes im Sinne des Art. 5 lit. b Vogelschutzrichtlinie kommt.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  127. Das BVwG stellte 2017 fest, dass der Wanderfalken-Brutplatz in den Urfahrwänd seit etwa März 2015 nicht mehr besiedelt ist und nicht als regelmäßiger Brutplatz im Sinne der Vogelschutz-Richtlinie gilt, weil ein Brutnachweis mit Bruterfolg nur für 2014 vorliegt.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  128. Spruchpunkt A) II.: Den Beschwerden gegen den Linzer Naturschutzbescheid wurde teilweise stattgegeben und Auflage 5.11 ergänzt: jährlicher Bericht bis Ende September über Zustand, Eignung und Besiedlung der Wanderfalken-Ersatzwände, bei Nicht-Besiedlung mit Verbesserungsvorschlägen.

    BVwG 21.08.2017, W143 2017269-2/297E, 2017-08-21. Primärquelle. Zitat

  129. Die Naturkundliche Station der Stadt Linz berichtet, dass es in Linz zwei Wanderfalken-Brutpaare gibt, eines bei den Urfahrwänd und eines in Ebelsberg; das Paar in Urfahr habe in jenem Jahr wegen nasskalter Witterung nicht erfolgreich gebrütet.

    Botanischer Garten Linz / Naturkundliche Station: Linzer Flugkünstler – Turmfalke und Wanderfalke. Primärquelle. Zitat

  130. Der Bescheid bewilligt eine dauernde Rodung von 5.555 m² und eine befristete Rodung von 4.709 m² Wald; die Rodungsbewilligung erlischt, wenn der Zweck nicht binnen 10 Jahren nach Rechtskraft erfüllt ist.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  131. Die Grundstücke 2789/2, 2795/1, 2813/1 (u.a.) am Nordabhang des Freinbergs wurden mit Bescheiden des Magistrats Linz von 1983 und dem Berufungsbescheid des Landeshauptmanns vom 19.12.1984 zu Bannwald erklärt, zum Schutz der B 129, der Wohn- und Gewerbeobjekte, der Calvarienbergkirche und der Wege vor Steinschlag; die Rodungsflächen auf 2789/2, 2795/1 und 2813/1 sind damit Bannwald.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  132. Laut UVP-Bescheid 2014 beträgt der Flächenbedarf der A 26 im Betrieb 16,1617 ha, davon 3,4756 ha (28,72 %) absolute Neuversiegelung.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  133. Für die Bauphase der A 26 werden laut UVP-Bescheid zusätzlich 5,5122 ha Boden benötigt, davon 3,1139 ha unversiegelter Boden, hauptsächlich Parkanlagen und innerstädtische Grünflächen (2,0288 ha).

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  134. Laut MeinBezirk (18. Dezember 2025) waren im Bergschlösslpark-Areal bis dahin 243 Bäume gefällt worden; Aktivisten besetzten die letzte Baumgruppe, ein genehmigtes Protestcamp bestand seit 19. November 2025.

    MeinBezirk Linz: Gegen Westring-Bau: Protest im Bergschlösslpark soll auch 2026 weitergehen, 2025-12-18. Medienbericht oder Studie. Zitat

  135. Umweltstadträtin Eva Schobesberger gab am 5. November 2025 an, für den A26-Bau würden im Bergschlösslpark, im Ziegeleipark und an der Bahnhofskreuzung mindestens 243 Bäume gefällt, darunter 90 mit mehr als 60 cm Durchmesser; eine von ihr beauftragte stadtklimatologische Einschätzung erwarte lokal teils deutliche Verschlechterungen des Mikroklimas.

    Stadt Linz Medienservice 05.11.2025: Baumfällungen durch die Asfinag für den Bau der A26 (Presseaussendung StR Schobesberger), 2025-11-05. Grüne Quelle. Zitat

  136. Laut Denkmaldatenbank der Stadt Linz wurde das Bergschlössl (Bergschlösslgasse 1) 1718 von Johann Michael Prunner errichtet; die Stadt Linz kaufte das Gebäude 1986.

    Stadtgeschichte Linz, Denkmaldatenbank: Bergschlössl. Primärquelle. Zitat

  137. Laut OÖN (30. Jänner 2015) verlangte Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) als für das Naturschutzverfahren zuständige Referentin ein zweites Rechtsgutachten zur Absiedlung des Wanderfalken, weil sich das Verkehrsministerium vorwiegend auf ein Gutachten vom 1. Dezember 2014 stütze; einer der Gutachter, Prof. Franz Leidenmühler, war zugleich SPÖ-Gemeinderat in Linz und Westring-Befürworter.

    OÖN: Westring: Wanderfalke kann noch zum Problem werden (Erhard Gstöttner), 2015-01-30. Medienbericht oder Studie. Zitat

  138. Laut OÖN (9. Mai 2015) hatte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) Anfang 2015 eine Weisung erteilt, keine zweite Expertise zur Rechtmäßigkeit der Wanderfalken-Absiedlung einzuholen.

    OÖN: Parteiengehör bei Westringverfahren doch kürzer, 2015-05-09. Medienbericht oder Studie. Zitat

  139. Bürgermeister Luger wies laut OÖN die Vorwürfe zurück, verwies auf die Einschätzung des Anlagen- und Bauamts, dass drei Wochen ausreichen, und sagte, er werde kein Verfahren unnötig in die Länge ziehen.

    OÖN: Parteiengehör bei Westringverfahren doch kürzer, 2015-05-09. Medienbericht oder Studie. Zitat

  140. Die ASFINAG kündigte im Oktober 2025 an, im Nahbereich der Bahnhofskreuzung sowie in Randbereichen des Bergschlössl- und des Ziegeleiparks etwa 90 Bäume mit über 60 cm Stammdurchmesser und weiteren Bewuchs in den Wintermonaten zu entfernen und nach Fertigstellung der zweiten Etappe mehr Bäume nachzupflanzen als bisher vorhanden.

    ooe.ORF.at: A26: Weitere Bauvorbereitung der ASFINAG, 2025-10-18. Medienbericht oder Studie. Zitat

  141. Seit 1990 verzeichnet der Verkehrssektor (ohne CO2 aus nationalem Flugverkehr) laut Klimaschutzbericht 2026 eine Emissionszunahme von rund 41,8 % bis 2024.

    Umweltbundesamt, Klimaschutzbericht 2026 (REP-1042), 2026. Primärquelle. Zitat

  142. Österreich hat im Nicht-Emissionshandelsbereich (u. a. Verkehr) eine EU-Reduktionsverpflichtung von 48 % bis 2030 gegenüber 2005.

    Umweltbundesamt, Klimaschutzbericht 2026 (REP-1042), 2026. Primärquelle. Zitat

  143. Mit bestehenden Maßnahmen (Szenario WEM) wird laut Klimaschutzbericht 2026 im Nicht-Emissionshandelsbereich bis 2030 nur ein Rückgang von etwa 33 % gegenüber 2005 projiziert; das Ziel von minus 48 % wird deutlich verfehlt.

    Umweltbundesamt, Klimaschutzbericht 2026 (REP-1042), 2026. Primärquelle. Zitat

  144. Das Umweltbundesamt hält fest, dass bei konstantem Reisezeitbudget durch den Bau hochrangiger Straßen nur kurzfristige Reisezeitgewinne entstehen, die durchschnittlichen Wegelängen steigen und im gesamten Netz induzierter Mehrverkehr entsteht.

    Umweltbundesamt, REP-0791: Evaluierung hochrangiger Straßenbauvorhaben in Österreich (2022), 2022. Primärquelle. Zitat

  145. Die A 26 wurde in der Evaluierung des ASFINAG-Bauprogramms 2021 ausdrücklich nicht evaluiert: Rechtskräftig genehmigte Projekte, bei denen bereits ein Baubeginn erfolgt war (genannt: A 26 und S 7), waren von der Evaluierung ausgenommen.

    Evaluierung des Bauprogramms der Zukunft in Umsetzung des Regierungsprogramms – Schlussfolgerungen, 2021-11. Primärquelle. Zitat

  146. Als Begründung für den Ausschluss bereits begonnener Projekte wie der A 26 nennt der Evaluierungsbericht 2021, dass diese Projekte nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten bzw. schwerwiegenden Eingriffen in bestehende Verträge veränderbar wären.

    Evaluierung des Bauprogramms der Zukunft in Umsetzung des Regierungsprogramms – Schlussfolgerungen, 2021-11. Primärquelle. Zitat

  147. Die UVP bewertete die Klimawirkung als nicht relevant: In Betriebsphase 3 (2030) ergebe sich gegenüber der Nullvariante eine geringfügige Abnahme der CO2-Emissionen um rund 819 t/a (minus 0,3 %).

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  148. Die UVP-Behörde erklärte, die Einhaltung der Reduktionsziele des Klimaschutzgesetzes sei nicht Gegenstand des Verfahrens.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 vom 22.12.2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  149. Schobesberger sagte im März 2014 im Gemeinderat zur Luft in Linz: „Und so lange man die Sichtweise hat, dass man auf der einen Seite zwar Autobahnprojekte in der Stadt befürwortet, ist es nicht sehr seriös, wenn man sich auf der anderen Seite als Retterin und Retter der Luftgüte in Linz aufbläst.“

    Wortprotokoll Gemeinderat Linz, 43. Sitzung, 06.03.2014, 2014-03-06. Primärquelle. Zitat

  150. Der UVP-Bescheid vom 22.12.2014 weist für die Nibelungenbrücke als Werktagsverkehr (DTVw, Mo bis Fr) aus: Nullplanfall 2025 59.800, Betriebsphase 1 (2025) 47.300, Betriebsphase 2 (2025) 37.000, Nullplanfall 2030 62.200 und Endausbau 2030 38.800 Kfz/24h.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, GZ BMVIT-314.526/0047-IV/ST-ALG/2014, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  151. Laut UVP-Bescheid sinkt der Werktagsverkehr auf der Waldeggstraße nördlich der Kudlichstraße von 56.700 (Nullplanfall 2030) auf 23.600 Kfz/24h (Endausbau 2030) und auf der B 139 Kapuzinerstraße von 27.600 auf 18.800 Kfz/24h.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  152. Laut UVP-Bescheid steigt die Zahl der Unfälle mit Personenschaden im untersuchten Netz ohne A 26 von 2010 bis 2030 um rund 45 Prozent; mit A 26 wären es 2030 rund 7 Prozent weniger als in der Nullvariante.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  153. Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) bezeichnete die A 26 beim Spatenstich der Etappe 2 am 3. Juli 2026 als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Oberösterreichs mit rund 1,2 Milliarden Euro Investition und begründete sie damit, dass rund 85 Prozent der Strecke im Tunnel verlaufen und dadurch Lärm, Staus und Emissionen deutlich vermieden würden.

    ASFINAG Pressemappe: Spatenstich A 26 Linzer Autobahn, Zweiter Bauabschnitt als „Herzstück“, 2026-07-03. Primärquelle. Zitat

  154. Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sagte im Gemeinderat am 29. Juni 2023, durch die A 26 würden 40.000 Linzerinnen und Linzer in Urfahr, in der Innenstadt und entlang der Westtangente vom Durchzugsverkehr befreit. Er sehe keinen Grund, aus dem Projekt auszusteigen.

    Protokoll 15. Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Linz, 29. Juni 2023, 2023-06-29. Primärquelle. Zitat

  155. Im Vergleich des Bestands 2005 mit dem Planfall A 26 Süd im Jahr 2025 wäre der Verkehr auf allen untersuchten Straßenabschnitten bis auf zwei gestiegen; der Bau der A 26 Süd könne laut Rechnungshof lediglich einen noch höheren Anstieg verhindern.

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  156. Mit A 26 Süd erwartete die Prognose 2025 gegenüber dem Nullplanfall Verkehrszunahmen unter anderem auf der Westbrücke (+24 %, +16.600 Kfz/24h) und in der Kärntnerstraße (+20 %, +5.500 Kfz/24h).

    Bericht des Rechnungshofes, Reihe Bund 2012/10: A 26 Linzer Autobahn (Westring), 2012-10. Primärquelle. Zitat

  157. Der Oö. Landesrechnungshof wies 2018 darauf hin, dass sich der Verkehr in der Kärntnerstraße nach Fertigstellung der A 26 auf rund 32.800 Kfz/24h nahezu verdoppeln wird (Bezug: RH-Bericht Oktober 2012).

    Oö. Landesrechnungshof, Initiativprüfung Luftgüte in OÖ und Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte, LRH-100000-37/8-2018-ST, 2018-04. Primärquelle. Zitat

  158. Das Verkehrsmodell der UVP rechnete mit dem Analysejahr 2010 und den Prognosejahren 2025 und 2030, also einer Vorausschau von mindestens 15 Jahren; die Verkehrsfreigabe des Endausbaus ist laut ASFINAG inzwischen für 12/2035 geplant.

    BMVIT, UVP-Bescheid A 26 Linzer Autobahn, 2014-12-22. Primärquelle. Zitat

  159. Die ASFINAG gibt auf ihrer Projektseite (Stand Oktober 2026) als Eckdaten an: Gesamtlänge 4,7 km, davon ca. 4 km Tunnel (85 %); Bau Abschnitt 1 (Donautalbrücke) 2019–2024, Abschnitt 2 (Tunnel Freinberg) 2026–2032, Abschnitt 3 (Westbrücke) 2033–2035; geplante Verkehrsfreigabe 12/2035.

    ASFINAG Projektseite A 26 Linzer Autobahn, 2026-10-22. Primärquelle. Zitat

  160. Laut MeinBezirk (April 2026) soll die Regionalstadtbahn Linz nach aktuellem Planungsstand 2033 in Betrieb gehen; das Land gewährte der Schiene OÖ für 2026 einen Zuschuss von 13 Mio. Euro.

    MeinBezirk: Land Oberösterreich gibt 13 Millionen für 'Regional-Stadtbahn Linz' (21. April 2026), 2026-04-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  161. Laut LINZ AG (September 2026) starten die Hauptarbeiten für die O-Buslinie 48 im September 2026 und dauern rund ein Jahr; die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant. Die Strecke ist ca. 6,25 km lang und hat 15 Haltestellen.

    LINZ AG Presse: Die Vorarbeiten für die geplante Obuslinie 48 haben begonnen (01.09.2026), 2026-09-01. Primärquelle. Zitat

  162. Der Grüne Klubobmann im Landtag, Severin Mayr, fordert laut ORF OÖ (Oktober 2026) eine verbindliche Begrenzung des Landesbeitrags und eine Neuverhandlung der Mitfinanzierung und kündigte einen Antrag im Landtag an.

    A26 wird um knapp 120 Millionen teurer (ooe.ORF.at), 2026-10-21. Medienbericht oder Studie. Zitat

  163. Langer forderte am 25. Jänner 2024, Öffi-Projekte „mit derselben Selbstverständlichkeit, Vehemenz und Geschwindigkeit“ mitzufinanzieren, mit der man Kostensteigerungen der A26 mitträgt.

    Wortprotokoll Gemeinderat Linz, 20. Sitzung, 25.01.2024, 2024-01-25. Primärquelle. Zitat