FAQ

Was Sie immer schon wissen wollten: Die meistgestellten Fragen zum „Westring (A 26)“

Ist der Westring (A 26) eine Umfahrung von Linz?

Nein, ganz im Gegenteil: Der Westring ist eine weitere Autobahn mitten durch Linz. Denn die Ein- und Ausfahrten der Tunnels, die 7-spurige Autobahnbrücke über die Donau und der oberirdische Trassenverlauf im Bereich der Westbrücke sowie in Urfahr sind auf Linzer Stadtgebiet.

Werden die Tunnel-Abgase gefiltert?

Nein, die giftigen, gesundheitsgefährdenden Abgase werden ungefiltert an den Tunnelöffnungen in den Bahnhofsbereich sowie ins Donautal ausgeblasen. Beim Bahnhof wird die Abluft zusätzlich über ein Lüftergebäude im Bereich der Bahngeleise verteilt.

Ist aufgrund der Untertunnelung mit weniger Lärm zu rechnen?

Nein, ganz im Gegenteil: Die Tunnelöffnungen im Bereich Waldeggstraße und im Donautal wirken wie Trompeten, von der Donau-Brücke wird sich der Lärm nach oben ausbreiten. Zahlreiche Häuser entlang der Trasse sollen laut Asfinag-Einreichunterlagen, mit Lärmschutzfenstern (Schalldämmlüfter) ausgestattet werden, weil sie sonst aufgrund des starken Lärms unbewohnbar würden. Gärten und Erholungsgebiete, wie im Bereich des Freinbergs und des Pöstlingbergs verlieren aufgrund der extremen Lärm-Zunahme ihren bisherigen Erholungswert.

Beendet der Westring die Staus in Linz?

Nein, der Westring verlagert den Stau, der jetzt außerhalb von Linz steht, direkt in die Stadt. Und damit vor die Fenster tausender Linzerinnen und Linzer. Denn die Autos bleiben nicht im Tunnel, sondern kommen über die Ausfahrten wieder in die Stadt und verstopfen hier unsere Nebenstraßen und Gassen. Die Ergebnisse einer von der Stadt Linz in Auftrag gegebenen Studie zeigen auf, dass es in einigen Bereichen zwar zu kleinen, kurzfristigen Entlastungen kommen wird, allerdings zu Lasten anderer: Waldeggstraße Nord: 31 %, Untere Donaulände: 5 % . Dafür werden enorme Verkehrszunahmen in Kauf genommen: Blumauerstraße:+131%, Gruberstraße:+17%. (Quelle: linz.at)

Entlastet der Westring die bestehenden Straßen?

Vielleicht für kurze Zeit. Aber es ist längst bekannt, dass neue Straßen kein Verkehrsproblem lösen. Die Umfahrung Ebelsberg hat gezeigt, dass neue Straßen nach wenigen Jahren wieder verstaut sind. Denn jede neue Straße ist auch ein Anreiz für noch mehr Auto-Verkehr: Heute queren rund 47 000 Autos pro Tag die Nibelungenbrücke, mit dem Bau der 4. Donaubrücke (Westring-Autobahn) samt Südtunnel würden 2025, so die Prognosen der Asfinag, insgesamt rund 95 000 Autos auf beiden Brücken die Donau queren.

In Dornach-Auhof fahren laut einer Asfinag-Studie bereits jetzt täglich 55.500 Fahrzeuge (3.600 LKW) die A7, bis 2025 werden im Falle des Westring-Baus 89.800 (6.800 LKW) prognostiziert. Am Bindermichl rechnet man dann anstatt der nunmehr täglichen 91.700 Kfz (9.300 LKW) mit 125.00 Kfz (12.900 LKW).

Ist der Westring ein Umweltschutz-Projekt?

Nun, das wäre die erste Autobahn, die ein „Umweltschutzprojekt“ sein soll. Aber sachlich: Der Westring bringt mehr Verkehr. Das führt zu noch mehr Feinstaub aus Auspuffen und Abrieb sowie Stickoxiden in Linz. Aber schon heute ist die Linzer Luft ein Sanierungsfall. Denn die Messstationen zeigen höhere Belastungen, als gesetzlich erlaubt sind. Feinstaub kann vor allem Kinder krank machen. Kurz: Der Westring ist alles andere als ein „Umweltschutz-Projekt“.

Der Westring widerspricht außerdem sämtlichen Klimaschutzzielen, da sich durch das zusätzliche Verkehrsaufkommen der Treibhausgasausstoß enorm erhöhen wird.

Bringt der Westring mehr Transitverkehr durch Linz?

Der Westring ist eine neue und bequeme Nord-Süd-Verbindung auf der Diretissima Berlin-Triest durch Linz. Und zieht damit zusätzlichen Transitverkehr an.

Gefährdet der Westring Industrie-Arbeitsplätze?

Das ist tatsächlich möglich. Die Belastung der Linzer Luft durch Feinstaub und Stickoxide ist gesetzlich begrenzt. Linz muss sich also entscheiden: Mehr Luft für den Auto-Verkehr oder ausreichend Luft für Arbeitsplätze und Industrie.

Zerstört der Westring Natur und Landschaft?

Ja, das ganz sicher: Große Rodungen im Bergschlösslpark, schwere Eingriffe in das Naturschutzgebiet Urfahrwänd und eine Gefahr für das Wasserschutzgebiet Heilham sind die negativen Folgen. Überdies droht eine Verschandelung der Donautal-Landschaft: Die Donaupforte prägt heute als eindrucksvolle Landschaft den Eintritt zur Stadt. Diese Einzigartigkeit wird mit einer 7-spurigen Donau-Brücke auf Dauer ruiniert. In Urfahr gefährdet die Trasse des Nord-Teils das Wasserschutzgebiet Heilham.

Ist der Westring eine Fehlinvestition?

Jedenfalls können mehr als eine Milliarde Euro besser angelegt werden als in teure Tunnels und eine überbreite Donaubrücke. Etwa in die bessere Vernetzung von Auto, Bus und Bahn.

Bringt der Westring den Einpendelnden eine Verbesserung?

Nein, denn der Stau wird lediglich verlagert. Besser wäre es, bequeme und flexible Öffi-Verbindungen für das Umland zu schaffen.

Welche Alternativen gibt es zum Westring?

Neben der Prüfung einer Ostumfahrung muss das Konzeptionshauptaugenmerk v.a. auf Alternativen zum Straßenverkehr, Investitionen in ein intelligentes, leistungsfähiges öffentliches Verkehrsnetz, liegen:

  • Umfassendes integriertes Verkehrskonzept für den Großraum Linz
  • Rasche Realisierung City-S-Bahn-Projekt in Linz
  • Ausbau und Attraktivierung der Mühlkreisbahn und LILO
  • Nahverkehrsgerechter Ausbau der Summerauerbahn
  • Verlängerung der Straßenbahn Harterplateau
  • Erstellung und Umsetzung von Regionalverkehrskonzepten in allen oberösterreichischen Regionen
  • Etablierung von Mobilitätsmanagementstrukturen in allen Regionen
  • Erarbeitung und Umsetzung eines Landesradverkehrskonzeptes mit dem Schwerpunkt auf „Alltagsradverkehr“